Weniger illegal eingereiste Asylbewerber – mehr Drogenschmuggel
Trotz einer Rekordzahl von Asylgesuchen ist die Zahl der illegal eingereisten Asylbeweber im letzten Jahr zurückgegangen, dies im Zusammenhang mit dem Verlauf des Kosovo-Konflikts. Dagegen nahm die Zahl der aufgedeckten Drogenschmuggelfälle massiv zu.
Trotz einer Rekordzahl von Asylgesuchen ist die Zahl der illegal eingereisten Asylbeweber im letzten Jahr zurückgegangen. Die Entwicklung spiegelt laut Grenzwachtkorps (GWK) den Verlauf des Kosovo-Konflikts. Dagegen nahm die Zahl der aufgedeckten Drogenschmuggelfälle massiv zu.
Insgesamt wurden letztes Jahr laut GWK-Angaben vom Donnerstag (13.01.) 10’489 Asyl- und Arbeitsuchende angehalten, rund 60 Prozent an der Südgrenze im Tessin. Davon stammten 7’530 Menschen aus demKosovo.
Die gegenüber dem Vorjahr geringere Zahl der illegal Eingereisten begründete Rodolfo Contin vom GWK mit dem Kriegsverlauf im Kosovo. Während im Mai und im Juni die Zahl der Aufgegriffenen massiv höher war als im Vorjahr, lag sie insbesondere im Herbst und Winter erheblich unter dem Niveau von 1998. Allein im Juni wurden rund 2’500 Menschen angehalten, gegenüber 1’000 im Vorjahr. Von den an der Südgrenze aufgegriffenen Personen nahm Italien laut Contin rund die Hälfte zurück. Nicht zurückgenommen wurden vor allem Familien, was mit den fehlenden Aufnahmezentren Italiens zusammenhänge.
Die Zahl der gestellten Schlepper stagnierte bei knapp 1’000, wobei über die Hälfte aus dem früheren Jugoslawien stammte.
Insgesamt wurden im letzten Jahr rund 108’000 Menschen an der Schweizer Grenze zurückgewiesen, 6’000 mehr als im Vorjahr. Trotz einer Rekordzahl von Asylgesuchen ist die Zahl der illegal eingereisten Asylbeweber im letzten Jahr zurückgegangen.
Die Zahl der aufgedeckten Fälle von Drogenschmuggel nahm um rund 1’000 auf insgesamt 2’806 zu. Dies sei auf intensivere Kontrollen und organisatorische Massnahmen zurückzuführen, sagte Contin. Die beschlagnahmte Drogenmenge sei nicht im gleichen Mass gestiegen.
Zugenommen hätten vor allem die Kleinmengen. Massiv, nämlich um 87 auf 148 Kilogramm, ging die sichergestellte Cannabismenge zurück. Dies führt das GWK auf die gestiegene Produktion und den Verkauf in Hanfläden im Inland zurück. Daneben wurden 143 Kilogramm Heroin sichergestellt, im Vorjahr waren es noch 112 Kilogramm gewesen. Die beschlagnahmte Menge Kokain ging um fast die Hälfte auf 68 Kilogramm zurück. Weiter wurden über 32’000 Konsumeinheiten Ecstasy und 814 Kilogramm Kath gefunden.
Das GWK stellte im Weiteren eine Zunahme der Ausweisfälschungen von 1’486 auf 1’762 fest. Über die Hälfte waren Totalfälschungen. Die Delinquenten seien immer professioneller organisiert, schreibt das GWK. Die Ausweisfälschung sei meist nur ein Sekundärdelikt, das auf ein anderes Verbrechen hinweise. Oft handle es sich um organisierte Kriminalität.
SRI und Agenturen
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