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WHO: Appell zur Ausrottung der Kinderlähmung

WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland (l.) und Libertina Amathila, Präsidentin der Weltgesundheitsversammlung. Keystone

WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland hat am Montag (15.05.) politisches Engagement gefordert, damit die Kinderlähmung bis Ende Jahr ausgerottet werden kann. Brundtland machte den Appell zum Auftakt der 53. WHO-Jahreskonferenz in Genf.

Insbesondere die Politiker in den Risikoländern müssten ihren Einsatz verstärken, forderte Brundtland vor den Vertretern der 191 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In Schwarzafrika und auf dem indischen Subkontinent werde auch Ende Jahr weiterhin ein hohes Polio-Ansteckungsrisiko bestehen.

Gründe dafür seien bewaffnete Konflikte, knappe Impfstoffe, mangelnde Überwachungssysteme und fehlende Logistik, betonte Brundtland. «All diese Faktoren bedeuten, dass ein unkontrollierter Polio-Virus in einem Jahr weiterhin Kinder infizieren wird». Die WHO halte aber weiter am Ziel fest, die Welt in fünf Jahren offiziell für Polio-frei zu erklären.

Die WHO will bis Ende Jahr grossangelegte Impfaktionen in den betroffenen Ländern durchführen. Brundtland appellierte auch an die Hersteller von Polio-Impfstoffen, an bewaffnete Gruppen und an Geber, das von der WHO gesteckte Ziel der Polio-Ausrottung zu unterstützen.

Die Austrottung der Kinderlähmung kann erst dann offiziell bestätigt werden, wenn drei Jahre lang kein einziger Fall der Krankheit aufgetaucht ist. Kinderlähmung kommt heute unter anderem noch in Indien, Pakistan und Nigeria vor. Die einzige Krankheit, die in der Medizingeschichte ausgerottet wurde, sind die Pocken.

Tagesordnung der Konferenz in Genf

Auf der Tagesordnung der einwöchigen Weltgesundheitsversammlung stehen neben Polio auch die Ausrottung der Lepra und die umstrittene Vernichtung der letzten Pockenviren-Bestände. Weitere Themen sind unter anderem die Bekämpfung von Aids und die Tabakprävention.

Im Zusammenhang mit dem Dioxin-Skandal und der BSE-Krise sollen zudem die Lebensmittelsicherheit sowie die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern zur Sprache kommen.

Die Jahresversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der WHO. Bundesrätin Ruth Dreifuss, nimmt heute Dienstag (16.05.) als Leiterin der Schweizer Delegation an einem Runden Tisch zum Thema Gesundheitspolitik teil.

swissinfo und Agenturen

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