Yverdon zeigt FC Luzern an
Für die Waadtländer ist klar, dass der FC Luzern Lizenz-Betrug begangen hat. Sie haben Anzeige erstattet und hoffen auf Luzerns Platz in der Auf-/Abstiegsrunde.
Mit mehreren Schreiben an das NLA-Komitee und deren Disziplinar-Kommission übt Yverdon-Präsident Paul-André Cornu seit Wochen starken Druck auf die Verbands-verantwortlichen aus. Cornu hat keine Zweifel, dass der FC Luzern seine Lizenz für die laufende Saison auf betrügerische Art erhalten hat.
«Luzern hat ein Budget für die ganze Saison vorgelegt und konnte schon im August die Löhne nicht mehr bezahlen. Jetzt steht die FCL-AG im Konkurs. Luzern hat betrogen oder die Lizenz-Kommission ihre Arbeit nicht gemacht», formulierte Cornu seine Vorwürfe gegenüber der Boulevard-Zeitung ‚Blick‘.
Darf sich Yverdon überhaupt beschweren?
Nationalliga-Direktor Edmond Isoz hat den Eingang der brisanten Post am Freitag bestätigt. An einer Komitee-Sitzung vom kommenden Freitag soll darüber beraten werden: «Wir haben aber keine Kompetenz für Disziplinar-Massnahmen. Die Disziplinar-Kommission muss die Vorwürfe Yverdons nun prüfen. Aber das benötigt Zeit.»
Erschwerend für eine schnelle Behandlung der Anzeige wirkt sich aus, dass der Präsident der Disziplinar-Kommission, Odilo Bürgy, als Yverdon-Mitglied in den Ausstand treten und zuerst eine Spezial-Kommission ins Leben rufen muss. Diese wird zuerst zu prüfen haben, ob Yverdon überhaupt beschwerdeberechtigt ist.
Isoz kann sich nicht vorstellen, dass all diese Arbeiten rechtzeitig vor Beginn der Auf-/Abstiegsrunde am 24. Februar erledigt sind. Zudem hat Luzern die Lizenz für die ganze Saison erhalten, und diese kann ihm nur entzogen werden, wenn betrügerische Machenschaften vorliegen.
Eine Chance für Yverdon, Luzerns Platz in der Auf-/Abstiegsrunde zu erben, besteht wohl nur, wenn der FCL in den nächsten Wochen aufgelöst würde. FCL-Präsident Jules Häfliger zu den Vorwürfen: «Solange ich nicht offiziell damit konfrontiert werde, interessieren sie mich auch nicht. Wir haben eine Lizenz bis zum 30. Juni, und wenn wir genügend Spieler zur Verfügung haben, werden wir die Meisterschaft zu Ende spielen.»
FCL verschob Trainingsstart
Die Innerschweizer haben mittlerweile den Trainingsstart um eine Woche verschoben, weil mit den Spielern nach dem AG-Konkurs erst neue Arbeitsverträge abgeschlossen werden müssen. Zudem konnte der gerichtliche Nachlass noch nicht eingeleitet werden.
Es fehlen noch rund 1,1 Millionen Franken, um die Betriebskosten bis im Sommer sicherzustellen. Präsident Jules Häfliger zum weiteren Vorgehen: «Ich bin zuversichtlich, nächste Woche den gerichtlichen Nachlass anmelden zu können. Auch das fehlende Geld sollte in den nächsten Wochen zusammenkommen.»
Im Bestreben, die Lohnkosten für den Frühling noch mehr zu senken, soll das Kader weiter verjüngt und weitere teure Spieler von der Lohnliste gestrichen werden.
swissinfo und Agenturen
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