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Zuversicht im Schweizer Langlauf-Lager

Die jungi Laurence Rochat will nach vorne. Keystone Archive

Am Wochenende beginnt in Finnland der Weltcup der Langläufer. Den Saison-Höhepunkt bilden die Olympischen Spiele in Salt Lake City.

Nach ausgezeichneten Vorbereitungen im Sommer herrscht im Lager der Schweizer Langläuferinnen und Langläufer grosse Zuversicht. Den letzten Schliff holten sie sich im nordfinnischen Saariselkä, wo seit Anfang November gute Schnee-Verhältnisse herrschten.

Die Saison-Vorbereitungen wurden zuvor seit Mai auf dem Rennvelo, zu Fuss, auf Rollski, auf Gletschern und die Frauen sogar im August im Tunnel in Vuokatti (Fi) getroffen.

Frühzeitige Selektion erhofft

Eine Annäherung an die Weltspitze und in Salt Lake City die Wiederholung der Ergebnisse von Nagano 1998 haben sich die Dirigenten der beiden Schweizer Langlauf-Teams zum Ziel gesetzt.

Dieses Vorhaben streben sie mit beinahe identischem Athleten-Kader an. Die wichtigsten Rücktritte in diesem Vier-Jahres-Zeitraum betreffen Sylvia Honegger und Jeremias Wigger. Bei den Männern ist der Druck seitens junger Athleten bescheiden geblieben. Bei den Frauen hingegen drängen Laurence Rochat und die Junioren-WM-Dritte Seraina Mischol nach vorne.

Mit Ausnahme Patrik Mächlers, der wegen einer Kapselverletzung am Knöchel während sieben Wochen auf ein alternatives Training umstellen musste, gab es für Trainer Ulf Morten Aune bei seinen Langläufern keinerlei Beeinträchtigungen zu verzeichnen.

Möglichst in jedem Weltcuprennen Punkte sammeln, egal ob in der klassischen oder in der freien Technik, nennt der Norweger die Vorgabe. Zudem wäre ihm und seinen Läufern gedient, wenn die Olympia-Anforderungen möglichst früh erreicht würden, «um Stress zu vermeiden und um uns danach in Ruhe vorbereiten zu können». Aune warnt aber auch: «Wir sind nicht die einzigen, die Fortschritte gemacht haben.»

Ähnlich tönt es bei Frauen-Trainer Marcus Kramer: «Wir haben viel getan und hart gearbeitet.»

Die stärkste Schweizerin, Brigitte Albrecht Loretan, unterzog sich im April einer Nasenoperation und konnte ab Mitte Juni ohne Erkältungen oder Schwierigkeiten mit den Atemwegen trainieren. Im Herbst litt die Oberwalliserin zwar während vier Wochen lang unter einer Sehnenscheiden-Entzündung am Arm, die Vorbereitungen waren dadurch aber nur unwesentlich beeinträchtigt.

Norweger, Schweden, Russen und Österreicher Spitze

Im Langlauf liegt das erfolgversprechende Alter der Athleten wegen der vielfältigen Anforderungen – Ausdauer, Härte und Technik – zwischen 25 und 30 Jahren. Aus diesem Grund ist im Olympia-Winter nicht mit grossen Veränderungen in der internationalen Hierarchie zu rechnen.

Die Norweger, Schweden, Russen, Österreicher und Italiener werden zusammen mit dem Einzelkämpfer Johann Mühlegg (Sp) tonangebend bleiben.

Die Dopingaffäre an der WM in Lahti hat im finnischen Männer-Langlauf jedoch die Lücke vertieft, die schon vorer hinter dem gesperrten Trio Mika Myllylä, Jari Isometsä und Harri Kirvesniemi klaffte. Die fünf besten Schweizer Langläufer sind derzeit so stark wie die Nummer 3 der Finnen.

Bei den Frauen bilden die Russinnen unverändert das Mass aller Dinge. Bente Skari vertritt Norwegen allein auf weiter Flur.

Auf vorderen Plätzen werden auch die Italienerinnen Stefania Belmondo und Gabriella Paruzzi, die Tschechin Katerina Neumannova, die Estin Kristina Smigun, die Kanadierin Beckie Scott und die frühere Junioren-Weltmeisterin Lina Andersson (Sd) erwartet. Über das grösste Potenzial, sowohl bei den Männern wie bei den Frauen, verfügt Deutschland.

Klassisch Laufen und Skaten im gleichen Rennen

Auf der Suche nach Möglichkeiten, dem Langlauf zu grösserer Attraktivität zu verhelfen, wird nun der Doppel-Duathlon im Weltcup (im März in Falun) eingeführt. Dabei wechseln die Athleten nach absolvierter Klassisch-Strecke die Ski und eventuell auch die Schuhe und begeben sich dann sofort auf die Skating-Strecke.

Diese auf einen einzigen Wettkampf reduzierte Form des Verfolgungsstarts stösst sowohl bei der Industrie (Herstellung eines Vario-Schuhs) als auch bei Athleten und Teams (erhöhter Aufwand) nicht auf ungeteilte Gegenliebe.

Auf der Gratwanderung zwischen Tradition und Fortschritt werden bei der FIS die Pläne vorangetrieben, im Jahre 2005 eine 100-km-WM einzuführen. Der sich über mehr als drei Stunden hin ziehende Wettlauf wird indes die Zuschauer kaum in Scharen an die Loipe locken.

swissinfo und Agenturen

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