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Deutsche Bank will Selbstständigkeit von Sal. Oppenheim erhalten

FRANKFURT (awp international) – Die Deutsche Bank will nach der Übernahme von Sal. Oppenheim den Charakter des privaten Bankhauses erhalten und auf Expansionskurs einschwenken. «Im ersten Jahr wird sich das Bankhaus stark um seine bestehenden Kunden kümmern, danach aber sehen wir das Potenzial, bei den Neugeldern netto mit zehn Prozent jährlich zu wachsen», sagte Pierre de Weck, Leiter des Bereichs Private Wealth-Management bei der Deutschen Bank, dem «Handelsblatt» (Dienstag).
Das Mitglied der Konzernleitung kann sich zukünftig sogar eine Konkurrenzsituation vorstellen: «Wir werden nicht nur zwei Marken haben, sondern das Bankhaus Sal. Oppenheim und die Sparte der Deutschen Bank werden im Wettbewerb stehen.» Das Kölner Bankhaus bleibe «mit eigenständigem Management und mit unabhängigem Investmentprozess» in den Konzern der Deutschen Bank eingebunden.
Nach roten Zahlen, einer gescheiterten Beteiligungspolitik, internen Querelen sowie auf massiven Druck der Finanzaufsicht BaFin werde das bisherige Top-Management von Oppenheim komplett ausgetauscht, so die Zeitung weiter. Matthias Graf von Krockow sowie Christopher Freiherr von Oppenheim werden aus der Geschäftsleitung ausscheiden. Friedrich Carl Janssen sowie Dieter Pfundt dürften darüber hinaus kurzfristig auch nicht mehr als persönlich haftende Gesellschafter zur Verfügung stehen, schreibt das «Handelsblatt» unter Berufung auf Finanzkreise. Demnach solle eine von der Deutschen Bank kontrollierte Gesellschaft ? die derzeit den Arbeitstitel Sal. Oppenheim Verwaltungs AG trage ? sämtliche Geschäfte in Deutschland übernehmen.
Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hatte kürzlich für sein Institut einen Vorsteuergewinn von zehn Milliarden Euro für 2011 als Ziel ausgegeben. Das Private Wealth Management und das Asset Management sollen zusammen eine Milliarde Euro dazu beisteuern, sagte de Weck./she/tw

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