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Deutsche Börse bestätigt Dividendenpolitik trotz schwachen Quartals (AF)

FRANKFURT (awp international) – Die Deutsche Börse hat trotz eines erneut schwachen Quartals ihre Dividendenpolitik bestätigt. Zugleich betonte der Frankfurter Marktbetreiber erneut, auf ein Aktienrückkaufprogramm in diesem Jahr verzichten zu wollen. Der Hauptgrund dafür liegt in der Schuldenlast des Unternehmens. Diese ist nicht zuletzt dadurch kräftig gestiegen, dass der Konzern die US-Optionsbörse ISE im Jahr 2007 für knapp zwei Milliarden Euro übernommen hatte. «Mitte Februar, zur Vorlage der Jahresbilanz, werden wir den Dividenden-Vorschlag für 2009 bekannt geben», sagte Vorstandschef Reto Francioni am Freitag während der Analystenkonferenz zu den am Vorabend vorgelegten Drittquartalszahlen. Ziel sei es unverändert, zwischen 40 und 60 Prozent des Konzern-Jahresüberschusses an die Aktionäre auszuschütten.
Insgesamt seien weder die vorgelegten Zahlen, noch die Aussagen des Managements am Nachmittag sehr überraschend gewesen, sagten Börsianer. Einige Analysten wollen nun ihre Prognosen für das Gesamtjahr und auch das folgende Jahr nach unten hin überarbeiten. «Das Potenzial für positive Ergebnisüberraschungen ist weiter begrenzt und die Aktie erscheint beim derzeitigen Kurs fair bewertet», urteilte etwa Analyst Andreas Pläsier von M.M. Warburg.
AKTIE GIBT LEICHT NACH
Analyst Chris Turner von Goldman Sachs sprach von einem «unspektakulären Quartal». Allerdings dürften die Anleger nach der erneuten Bestätigung der Kostenprognose für 2009 in Höhe von 1,280 Milliarden Euro erleichtert sein, nachdem im zweiten Quartal die Besorgnis über die Kostenkontrolle des Konzerns zugenommen hatte. Die Aktie reagierte kaum auf die Zahlenvorlage und zeigte sich im kaum veränderten Dax zuletzt mit 0,25 Prozent im Minus bei 55,06 Euro.
Die Börse hatte allerdings nicht nur die Höhe der Kosten für das laufende Jahr bei 1,280 Milliarden Euro bestätigt, sondern will dieses Kostenniveau trotz verstärkter Aufwendungen für organische Wachstumsinitiativen auch im kommenden Jahr nicht überschreiten.
ZURÜCKHALTENDE ANLEGER, SCHARFER WETTBEWERB
Insgesamt hatte die Deutsche Börse im dritten Quartal erneut die Zurückhaltung der Anleger und verschärften Wettbewerbsdruck zu spüren bekommen. So blieb der Konzern beim Umsatz (500,9 Mio Euro), dem operativem Ergebnis (EBITA: 243,7 Mio Euro) und dem Überschuss (158,3 Mio Euro) deutlich hinter den Rekordniveaus des entsprechenden Vorjahresquartals zurück und verfehlte auch die Erwartungen der meisten von der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX befragten 20 Analysten leicht.
Besonders stark betroffen von der schwachen Handelsaktivität und geringen Handelsvolumina war die Aktienmarktsparte Xetra, die seit geraumer Zeit zusätzlich noch unter dem Wettbewerb alternativer Handelsplattformen wie Chi-X oder Turquoise leidet. Der Umsatz brach im Vergleich zum dritten Quartal 2008 um 37 Prozent ein und das operative Ergebnis sogar um 59 Prozent. Hart traf es auch die Terminbörse Eurex: Hier sanken die Erlöse um 26 Prozent und das operative Ergebnis um 39 Prozent./ck/she

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