Deutsche Post trennt sich von chinesischem Inlands-Expressgeschäft
DÜSSELDORF (awp international) – Die Deutsche-Post-Tochter DHL trennt sich von ihrem inländischen Expressgeschäft in China. Die Sparte solle an den chinesischen Wettbewerber Unitop Industry aus Shenzhen verkauft werden, sagte ein Post-Sprecher am Dienstag und bestätigte damit grundsätzlich einen Bericht des «Handelsblatts». Es handle sich allerdings «nur um den Bruchteil des DHL-Geschäfts in und mit China», sagte der Sprecher. Express-Sendungen aus dem Ausland verteile DHL in China weiterhin selbst.
Der Post zufolge hat der Rückzug vor allem politische Gründe: So gebe es ein neues Postgesetz, demzufolge eilige Dokumente innerhalb des Landes nur noch von einheimischen Expressanbietern befördert werden dürften. DHL sei damit ein gewinnstarkes Geschäft weggebrochen. Auch in den USA und Kanada hatte die Post sich aus dem Inlandsgeschäft zurückgezogen.
In den innerchinesischen Expressmarkt war das Unternehmen erst vor rund zwei Jahren eingestiegen. Über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Logistikkonzern Sinotrans hatte DHL bereits seit 1980 internationale Expressverbindungen mit China unterhalten.
Die Investition in den innerchinesischen Markt zahlte sich hingegen nicht aus. Laut «Handelsblatt» haben sich bis Ende 2010 Verluste in Höhe von 99,2 Millionen Yuan (10,5 Millionen Euro) angehäuft. Der Post-Sprecher bestätigte diese Grössenordnung./stw/fn/wiz