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App gegen Depressionen kommt – und ab Juli wird sie rückvergütet

Frau
Symbolbild: Hilft eine App bald bei der Depressionstherapie? Keystone / Fabian Sommer

Ab 1. Juli wird eine App von der Krankenkasse übernommen, die bei Depressionen helfen soll – was nützt sie wirklich?

Deprexis heisst die erste App dieser Art, die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zugelassen wurde. Sie soll helfen, einen Mangel im Bereich der psychischen Gesundheit zu beheben. Gemäss einer Evaluation der Universität Bern suchen nur die Hälfte der Personen, die unter psychischen Problemen leiden, auch Hilfe. Und von dieser Hälfte schafft es wiederum nur die Hälfte, eine Therapeutin oder einen Therapeuten zu finden – wegen der langen Wartelisten.

Der Bericht von RTS mit deutschen Untertiteln:

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Laut dem BAG soll Deprexis für Personen mit Depressionen den Zugang zur Versorgung erleichtern. «Es gibt viele Studien, die unter verschiedenen Umständen und in verschiedenen Ländern durchgeführt wurden. Sie zeigen, dass diese App wirklich dazu beiträgt, depressive Symptome zu reduzieren», bestätigt Chantal Martin Sölch, Professorin für Psychologie an der Uni Freiburg, gegenüber dem Radio und Fernsehen der Westschweiz (RTS). «Die Wirkung ist noch besser, wenn sie zusammen mit Psychotherapie angewendet wird, und sie verbessert auch die Ergebnisse der Therapie.»

Keine generative KI

Die Anwendung ist vorerst Erwachsenen vorbehalten, die an leichten bis mittelschweren Depressionen leiden – als Ergänzung zu klassischen Therapien, während des Wartens auf eine Behandlung oder zwischen zwei Sitzungen.

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Das Programm bietet Ratschläge auf der Grundlage von Algorithmen, arbeitet aber nicht mit generativer KI. Die Patientinnen und Patienten erhalten programmierte Anweisungen, je nach Symptomen. So können etwa Übungen gegen negative Gedanken oder Techniken zur Stärkung der positiven Emotionen vorgeschlagen werden. Es ist auch möglich, ein tägliches Stimmungstagebuch zu führen.

«Guter Anfang»

In der Fachwelt wird die Zulassung der App eher positiv aufgenommen. Die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) findet, dass die Schweiz im Bereich der digitalen Therapie im Rückstand ist.

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«Die Forschung in der Psychologie entwickelt ständig neue digitale Instrumente, die dazu bestimmt sind, traditionelle Therapien zu ergänzen», sagt ein Sprecher des Verbands gegenüber RTS. «Angesichts der schwierigen Lage beim Zugang zur Versorgung sollte sich die Schweiz noch stärker auf diesen Weg begeben und Innovation fördern. Die Marktzulassung von Deprexis ist ein guter Anfang, aber die Schweiz hat noch Spielraum nach oben.»

Die FSP fordert, dass solche Applikationen Gegenstand konsequenter wissenschaftlicher Evaluation sein müssen. Ausserdem müsse die Datensicherheit gewährleistet sein. Schliesslich betont der Verband, dass eine solche App für Krisensituationen, etwa bei Suizidgedanken, ungeeignet ist.

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Begrenzter Nutzen?

Es gibt aber auch kritische Stimmen, die am Nutzen solcher Apps zweifeln. Ihrer Ansicht nach ist der Erfolg der Depressionstherapie stark von der Bindung, der Vertrauensbeziehung, der Empathie und der Anpassung an die Patientinnen und Patienten abhängig – das könne eine App nicht leisten.

«Das Risiko besteht darin, dass die Abbruchrate, verglichen mit Therapien vor Ort, höher ist», vermutet Caterina Ilario, Ärztin in der Abteilung für Stimmungs- und Angststörungen am Universitätsspital Genf. «Ein depressiver Patient hat oft wenig Motivation. Manchmal hat er Schamgefühle. Das Risiko besteht also, dass er einfach die App schliesst und die Nutzung abbricht. Das ist sehr einfach möglich.»

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