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Der Schweizer Verteidigungsminister sieht die Medien in der Pflicht

Bundesrat Pfister (Bildmitte) lauscht an der Dreikönigstagung der Schweizer Medien einem Vortrag. Fake News und Desinformationskampagnen waren Hauptthema bei dem Anlass.
Bundesrat Pfister (Bildmitte) lauscht an der Dreikönigstagung der Schweizer Medien einem Vortrag. Fake News und Desinformationskampagnen waren Hauptthema bei dem Anlass. Keystone/Gaëtan Bally

Falschinformationen haben Hochkonjunktur. Deshalb brauche es freie und vertrauenswürdige Zeitungen, Radio- oder TV-Stationen.

Für Verteidigungsminister Martin Pfister steht fest: Auch die Schweiz ist Ziel ausländischer Desinformations- und Propagandakampagnen.

«Es findet politisch geprägte, aktive Beeinflussung in der Schweiz statt mit dem Ziel, die Gesellschaft zu spalten», stellt Pfister am Rande der traditionellen Dreikönigstagung des Verbands Schweizer Medien fest. Und eine gespaltene Gesellschaft sei eine schwache Gesellschaft, die für Gefahren nicht gerüstet sei.

Als Urheber der Fake News nennt Pfister etwa die russischen Medien Prawda und Russia Today, aber auch Kanäle wie X oder Telegram.

Es ist ein «Informationskrieg» im Gange

Im Mai hätten prorussische Akteure koordiniert über Social-Media-Plattformen ein aus dem Kontext gerissenes Video aus Genf verbreitet, gemäss dem die Schweiz vermeintlich im Chaos versinke und nicht mehr neutral sei. Diese Posts seien innert kurzer Zeit über zwei Millionen Mal angeschaut worden, beklagt Pfister.

Bundesrat und Medien betonen die Wichtigkeit von Resilienz gegen Fake News
Bundesrat und Medien betonen die Wichtigkeit von Resilienz gegen Fake News Keystone/Gaetan Bally

«Wir müssen alles unternehmen, um auf diesen Informationskrieg vorbereitet zu sein», so der Verteidigungsminister weiter.

Um den «Informationskrieg» zu gewinnen, sei die Schweiz als offene und demokratische Gesellschaft im Dilemma: Sie könne nicht ihrerseits mit Staatspropaganda oder Zensur reagieren. Deshalb: «Wir zählen darauf, dass wir mündige Bürger haben, die erkennen, wenn sie etwas zu beeinflussen versucht.»

Das sei die schweizerische Kultur und auf die wolle man weiter zählen. Deshalb seien Staat, Gesellschaft und Medien umso stärker gefordert, so Pfister: «Die Bildung ist wichtig, damit die Menschen in der Schweiz kritisch mit Informationen umgehen können.» Zudem müssten die Medien frei arbeiten können.

Das Problem wird grösser mit KI

Der publizistische Leiter von CH-Media, Patrik Müller, teilt die Analyse von Bundesrat Pfister weitgehend. «Das Problem ist gross – und es wird mit der Künstlichen Intelligenz noch grösser werden», warnt er.

Weil Manipulation und Desinformation mit KI noch einfacher würden, seien die journalistischen Medien umso stärker gefordert. Das heisst: Noch besser recherchieren, einordnen und Desinformation entlarven.

Auch für Medienforscher Mark Eisenegger von der Uni Zürich nimmt die Problematik an Tragweite zu: «Wenn man die Schweizerinnen und Schweizer befragt, zeigen sich viele von ihnen besorgt.»

Es braucht freie und vertrauenswürdige Medien

Und doch sei das Schweizer Publikum gemäss Studien weniger anfällig, auf Propaganda und Desinformation auch tatsächlich hereinzufallen, als die Bevölkerung vergleichbarer Länder.

«Das hat mit dem immer noch relativ robusten Mediensystem in der Schweiz zu tun: dem starken öffentlichen Rundfunk oder qualitativ hochstehenden privaten Medien», so Eisenegger. Zudem sei in der kleinräumigen Schweiz die soziale Kontrolle immer noch vergleichsweise gross. Deshalb kenne man den Absender einer Botschaft in der Regel.

Und so sind sich der Medienexperte, der Chefredaktor und der Bundesrat einig: Nur mit freien und vertrauenswürdigen Medien ist der Kampf gegen Propaganda, Fake News und Desinformation zu gewinnen.

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