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Warum im Börsenpalast von Porto ein einzigartiges Schweizer Wappen prangt

Börsengebäude in Porto, Portugal.
Das Börsengebäude in Porto, Portugal, erzählt mit seinen Dekorationen eine reiche Geschichte. Francesco Cerea

Das Schweizer Wappen in Porto ist eine Hommage aus dem 19. Jahrhundert an den damaligen Handel zwischen der Eidgenossenschaft und dem Königreich Portugal.

Handelsbeziehungen spielen nicht nur wirtschaftlich eine zentrale Rolle, sie prägen auch Geschichte und Kultur. In Porto wird dies an einem besonderen Gebäude im Stadtzentrum deutlich.

Schauen Sie hier den ganzen Beitrag über das Gebäude (auf Italienisch):

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Der Börsenpalast (Palácio da Bolsa) ist ein imposantes neoklassizistisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert in einem von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannten Quartier. Zu seinen ikonischsten Sälen zählen der berühmte Arabische Saal und der alte Gerichtssaal.

Bereits am 2. August 1834 wurde in Porto ein Gericht eingesetzt, das mit der Entscheidung von Handelsstreitigkeiten beauftragt war. Daran erinnert das neben dem Schweizer Wappen im Nationenhof (Pátio das Nações) eingravierte Datum.

Dieser Raum ist im unteren Teil mit den Wappen Portugals und der Länder geschmückt, mit denen das Königreich der Bragança im 19. Jahrhundert Handelsbeziehungen unterhielt. Das Schweizer Wappen erscheint neben jenen von Königshäusern sowie einiger heute nicht mehr existierender Staaten.

Detail des Schweizer Wappens in der Nähe des Datums 2. August 1834.
In der Nähe des Schweizer Wappens ist das Datum 2. August 1834 angebracht. Francesco Cerea

Aus heraldischer Sicht ist das Wappen der Eidgenossenschaft im Börsenpalast besonders interessant: Neben dem üblichen weissen Kreuz auf rotem Grund erscheinen darüber zwei Hände, die sich vor einer Sonne verschränken, wahrscheinlich eine Anspielung auf den Bundesbrief.

Im unteren Teil sind zwei gekreuzte Palmenwedel abgebildet, Symbol für Sieg und Triumph. Bemerkenswert ist die Präsenz von zweiundzwanzig Sternen innerhalb des weissen Kreuzes, welche die Anzahl der Kantone zu jener Zeit symbolisierten.

Detail des Schweizer Wappens im Börsenpalast von Porto.
So sieht das Schweizer Wappens im Börsenpalast von Porto aus. Francesco Cerea

Unter allen portugiesischen Handelskammern ist es allein diejenige von Porto, die sich mit einem derart prachtvollen Sitz präsentiert, der durch den gesamten Schmuck des Gebäudes das Prestige seiner Vergangenheit ausstrahlt.

Eine Vergangenheit, die ein einzigartiges künstlerisches Ensemble aus dem 19. und 20. Jahrhundert umfasst, das die Geschichte einer illustren Institution heraufbeschwört, die seit 1842 in diesem Palast ihren Sitz hat: die Associação Comercial do Porto.

Ziel der dekorativen und symbolischen Ausstattung war es, die wichtigsten wirtschaftlichen Tätigkeiten darzustellen. Zugleich war sie als Würdigung des Unternehmergeists des nordportugiesischen Bürgertums zu verstehen – Werte, die auch in der Schweiz jener Zeit Anerkennung fanden.

Nicht zufällig eröffnete die Eidgenossenschaft 1896 ein zweites Konsulat in Porto, nach demjenigen von Lissabon, das 1817 eingerichtet worden war, zwei Jahre nach der Anerkennung der schweizerischen Neutralität durch Portugal.

Um die jeweiligen diplomatischen Vertretungen der beiden Länder zu Botschaften zu erheben, musste man allerdings in beiden Fällen bis 1959 warten: eine institutionelle Langsamkeit, die mit dem Pragmatismus der Wirtschaftswelt kontrastierte.

Die künstlerische Sprache des Gebäudes ist übersät mit allegorischen Gemälden, Daten und Wappen; im gesamten Komplex, und besonders in den sichtbarsten öffentlichen Bereichen, kehrt systematisch die Darstellung des Wappens der Associação Comercial do Porto oder der Abkürzung ACP wieder, zusammen mit der geflügelten Schlange (gemeinhin als «drago» bezeichnet).

Palazzo della Borsa, Details im Inneren
Details im Inneren des Börsenpalasts. Francesco Cerea

Dazu eine grosse Reihe von Symbolen, die mit dem Handel verbunden sind – wie der Caduceus, die Figur des Merkurs und verpackte Waren – oder mit der Schifffahrt, in einer klaren Anspielung auf die Handelsmarine (Anker, Schiffe, Anlegestellen).

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