Engelberg OW will Chancen von Olympia für seinen Wintersport prüfen
Engelberg OW will wissen, ob sich die Austragung der Olympischen Winterspiele 2038 für die Entwicklung des eigenen Wintersportangebots nutzen lässt. Die Gemeinde hat deswegen eine Kommission unter dem Vorsitz der früheren Skirennfahrerin Dominique Gisin eingesetzt.
(Keystone-SDA) Die Schweiz möchte 2038 die Olympischen Winterspiele austragen, in Engelberg sollen gemäss des Konzepts die Wettkämpfe im Skispringen und in nordischen Disziplinen stattfinden. Dafür sollen möglichst bestehende Anlagen genutzt werden.
Der Gemeinderat von Engelberg steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Für eine Durchführung der Wettkämpfe seien aber Investitionen und weitere Abklärungen nötig, teilte er am Mittwoch mit.
Über Olympia hinaus
Der Gemeinderat setzte deswegen eine Kommission ein. Ziel sei es, Chancen, Herausforderungen und Folgen einer Austragung «seriös und gesamtheitlich zu prüfen», teilte er mit. Es gehe dabei nicht nur um «olympische Fragestellungen», sondern auch um die langfristige Weiterentwicklung des Winterferienorts Engelberg.
Die Kommission «Entwicklung Wintersport 2038» wird von Dominique Gisin präsidiert. Die 40-Jährige, die 2014 in Sotschi die Goldmedaille in der Abfahrt gewann, ist Physikerin und Verwaltungsrätin der Titlis Bergbahnen.
Bei den Fragen, welche die Kommission klären soll, geht es gemäss der Mitteilung um Infrastruktur-, Erschliessungs- und Eigentumsfragen, um finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen, sowie um die politische und wirtschaftliche Machbarkeit. Es sollen Varianten für die Durchführung der nordischen Wettbewerbe geprüft werden, aber auch Projekte, welche unabhängig von den Olympischen Winterspielen der Gemeinde einen Mehrwert bringen könnten.
Für die Projektarbeiten stellt die Gemeinde 95’000 Franken zur Verfügung. Der Bericht der Kommission soll bis Anfang 2027 vorliegen. Die Einsetzung des Gremiums sei noch kein Entscheid für eine definitive Teilnahme Engelbergs an den Spielen, betonte der Gemeinderat.