Ergebnislose Verhandlungsrunde während des Lockouts
(Keystone-SDA) Basketball – Die Verhandlungen stehen still, der Liga-Boss droht und eine Einigung ist nicht in Sicht. Im Streit um einen neuen Tarifvertrag in der NBA sind die Fronten weiterhin verhärtet.
Eine Fortsetzung des seit Juli andauernden Lockouts ist nicht unrealistisch. Nachdem die Spielergewerkschaft NBPA und die Team-Besitzer am Dienstag ihre Gespräche in New York nach vier Stunden ergebnislos abgebrochen hatten, sagte Liga-Commissioner David Stern alle Vorbereitungsspiele ab. Sollte bis am Montag unter den Parteien keine Einigung erzielt werden, werde er sämtliche geplanten Partien der ersten beiden Wochen der neuen NBA-Saison streichen, liess Stern verlauten.
Der Startschuss zur NBA-Saison 2011/12 sollte laut Programm am 1. November fallen. Der Westschweizer Thabo Sefolosha müsste an diesem Tag mit seinem Arbeitgeber Oklahoma City Thunder bei den Los Angeles Lakers antreten. Beim letzten Lockout in der NBA in der Saison 1998/99 umfasste die Qualifikation am Ende nur 50 statt 82 Spiele.
Im aktuellen Fall ist der Hauptstreitpunkt die Aufteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von rund 4,3 Milliarden Dollar. Der alte Arbeitsvertrag garantierte den Profis 57 Prozent Anteil an diesem Kuchen. Während der jüngsten Gesprächsrunde in New York bot die NBPA an, ihren Anteil auf 53 Prozent zu reduzieren. Die Eigentümer indes wollen den Profis «nur» 47 Prozent zugestehen. Liga-Boss Stern bezifferte den Einnahme-Verlust durch die Streichung der Testspiele auf rund 200 Millionen Dollar.
Die 30 Klub-Besitzer, von denen 22 in der vergangenen Saison ein Minus eingefahren haben, fordern unter anderem die Einführung einer Lohn-Obergrenze von 45 Millionen Dollar pro Team. Durch diesen Schritt müssten die Profis Einbussen in der Höhe von etwa 800 Millionen Dollar in Kauf nehmen.