Erstmals seit 2010: UN-Generalsekretär besucht geteiltes Zypern
Der letzte Anlauf scheiterte im Jahr 2017: Internationale Bemühungen, die de facto zweigeteilte Insel Zypern zu vereinen, laufen seit der Teilung 1974 ins Leere. Nun wird UN-Generalsekretär António Guterres samt Entourage auf Zypern erwartet - es ist das erste Mal seit 2010, dass ein UN-Generalsekretär sich persönlich um die Belange der Insel kümmert.
(Keystone-SDA) Bei seinem dreitägigen Besuch von Montag bis Mittwoch will Guterres zyprischen Medienberichten zufolge versuchen, zumindest die Gespräche zwischen den beiden Volksgruppen – den griechischen und den türkischen Zyprern – wieder in Gang zu bringen. Es dürfte sein letzter Versuch sein: Der UN-Generalsekretär verabschiedet sich Ende des Jahres nach zwei Amtszeiten von seinem Posten.
Teilung seit 1974
Zypern ist seit 1974 nach einem Putsch nationalistischer griechischer Zyprer und einer darauffolgenden türkischen Militärintervention de facto geteilt. Im Jahr 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) proklamiert, die weltweit nur von der Türkei anerkannt wird. 2004 nahm die EU die Insel Zypern als Ganzes in die EU auf. De jure ist die gesamte Insel seither EU-Mitglied, das EU-Recht wird jedoch nur im Südteil angewendet.
Auch die Hauptstadt Nikosia ist seitdem eine de facto geteilte Stadt wie früher Berlin – nur ohne Mauer, sondern mit Barrikaden und anderen Hindernissen. Die Pufferzone, eine Art Niemandsland zwischen den beiden Seiten, wird von UN-Blauhelmen überwacht. Grenzübertritte an den entsprechenden Übergängen sind aber relativ problemlos möglich.
Lösung in weiter Ferne
In den vergangenen Jahren gingen die Vorstellung der beiden Volksgruppen über eine Lösung immer weiter auseinander. Die griechisch-zyprische Seite setzt auf eine föderative Lösung zwischen zwei Bundesstaaten mit einer starken, zentralen Regierung. Die türkisch-zyprische Seite hingegen bestand zuletzt auf einer Zwei-Staaten-Lösung, die in einer losen Konföderation kooperieren könnten.