Fünffache Ironman-Weltmeisterin Ryf bezeichnet sich als faul

(Keystone-SDA) Daniela Ryf ist fünffache Ironman-Weltmeisterin und bezeichnet sich doch als «die faulste Person, die man sich vorstellen kann». In einem Interview sagte die 37-Jährige, weshalb ihr Selbstzweifel halfen, um sich für Trainings in den frühen Morgenstunden aufzuraffen.
Morgens um 6 Uhr begann Daniela Ryf, im Schwimmbecken ihre Längen zu ziehen – trotz Müdigkeit. Die Müdigkeit gehörte dazu, wie sie dem «Tages-Anzeiger» in einem am Mittwoch publizierten Interview sagte. «Ich trainierte halt dreimal am Tag», sagte sie.
Auch an Rennen sei sie nie freudig gewesen. «Ich war in meiner Zone, stets fokussiert», sagte die kürzlich zurückgetretene Spitzensportlerin. Nur so sei sie in ihren Vibe, also in die richtige Stimmung, gekommen und habe über den nötigen Druck verfügt. etwas zu leisten.
Der Druck war es, der ihr die nötige Motivation gab. Ohne ihn wäre sie morgens wohl nicht ins Schwimmbecken gesprungen. Entstanden sei er unter anderem durch Selbstzweifel. «Selbstkritik kann also sehr motivierend sein – aber auch ins Destruktive kippen», sagte sie. Sie sei daher um ihren Trainer Brett Sutton froh gewesen. Wenn die Zweifel überhand nahmen, habe er sie be- und gestärkt.
Über sich hinausgewachsen
Erst nach dem vierten WM-Titel habe Ryf zu sich gesagt: «Doch, ich bin glaubs gut.» Rückblickend staune sie über die Siege und Leistungen, die sie erbrachte. Sie frage sich etwa hinsichtlich ihrer Weltrekordzeit vom letzten Jahr: «Wie konnte ich bloss so gut sein, wie war das möglich?»
Die schönsten Momente seien aber nicht die erbrachten Leistungen gewesen. Das Feiern danach und das Gefühl der gemeinsamen Freude mit dem Team hätten sie gepusht. «Immer wenn ich mich hinterfragte und nach dem Sinn in meinem Dasein als Spitzenathletin fragte, trugen mich diese gemeinschaftlichen Erlebnisse», sagte sie.