Für Pedro Lenz muss nicht alles einem Zweck dienen
Kürzlich ist der Schweizer Schriftsteller Pedro Lenz 60 Jahre alt geworden. In einem Interview schaut er zurück auf das, was seiner Auffassung nach in der Gesellschaft verloren ging.
(Keystone-SDA) In eine Beiz sitzen. Ohne zu wissen, was einen erwartet. Diese Absichtslosigkeit vermisst Pedro Lenz, wie er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit CH Media sagt. «Jeder Moment dient heute einem Zweck», beanstandet er. Auch die Beizen würden einen Zweck anstreben, ein Konzept.
Den Raum, den eine Beiz geboten habe – wo man nicht wisse, ob man jemanden antreffe oder nicht, ein spannendes oder ein langweiliges Gespräch führe – gebe es heute kaum noch. Doch wäre dieser Raum für das Menschsein wichtig, zeigt sich Lenz überzeugt. «Die verlorene Nutzlosigkeit ist ein riesiger kultureller Verlust», sagt er.