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Ausverkauf bei der BZ-Gruppe geht weiter

Die zu Martin Ebners Gruppe gehörende BZ Bank veräussert den auf Privatanleger ausgerichteten Geschäftsbereich BZ-Aktienkonto auf Anfang 2003.

Die AIG Privat Bank übernimmt sämtliche 19’000 Kunden.

Mit der Übernahme kommt die Schweizer Tochter des US-Finanzkonzerns AIG auf insgesamt 115’000 Kunden. Der Verkaufspreis des Geschäftsbereichs BZ-Aktienkonto werde nicht bekannt gegeben, sagte BZ-Sprecher Ralph Stadler.

Der Direktor der AIG Privat Bank, Eduardo Leemann sagte, die Übernahme sei «nicht teuer gewesen». Für die Kunden ändere sich nichts, ausser, dass der Zinssatz von 2 auf 0,5 Prozent sinke, sagte der BZ-Sprecher.

Eigener Kanal nicht mehr nötig

Den Bereich Aktienkonto gründete die BZ-Gruppe laut den Angaben 1996, um einen unabhängigen Vertriebskanal für die eigenen Beteiligungs-Gesellschaften zu erhalten.

Diese «Visionen» genannten Beteiligungs-Gesellschaften musste die BZ Gruppe wegen ihrer Geldprobleme im vergangenen Sommer an die Zürcher Kantonalbank (ZKB) verkaufen. Damit sei ein eigener Vertriebskanal nicht mehr notwendig, sagte der BZ-Sprecher.

Die BZ Gruppe hatte ausserdem eine Beteiligung von 19,8 Prozent am Spezialchemiekonzern Lonza für rund 820 Mio. Franken verkauft.

Die BZ dürfte gemäss Branchenkreisen auch die Beteiligungen an Rieter (zuletzt: 21,4 Prozent) und VP Bank (zuletzt: 32,9 Prozent) veräussern. Die BZ Gruppe leidet unter dem Kurszerfall bei Beteiligungen wie CS Group oder ABB.

BZ: Kein Notverkauf

Die BZ Bank werde sich wieder auf ihre Kernbereiche Brokerage und Vermögensverwaltung konzentrieren. Der Verkauf des profitablen Retailgeschäfts sei weder ein Notverkauf noch ein erster Schritt zum Ausverkauf der Bank, sagte Stadler.

Durchschnittlich sei ein BZ-Aktienkonto rund 20’000 Franken wert, sagte Leemann. Damit haben rund 380 Mio. Fr. den Besitzer gewechselt. Ende Juni 2002 hätten noch 750 Mio. Franken auf den BZ-Aktienkonten gelegen, ergänzte Stadler. Als Gründe für den Rückgang um die Hälfte nannte er Konto-Auflösungen, Vermögensrückzüge und die Börsenbaisse.

EBK: BZ Bank solide

Wegen der Schwierigkeiten hätten in den letzten Monaten Kunden der BZ Gruppe den Rücken gekehrt. Zahlen wollte Stadler keine nennen. Allerdings versicherte der Sprecher, dass die BZ Bank von den Problemen der Gruppe nicht betroffen sei und solide bleibe.

Dies bestätigt auch der Direktor der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), Daniel Zuberbühler: Ebner habe sich konsequent an die Verpflichtung gehalten, die Bank aus dem Turbulenzen rund um die BZ-Gruppe herauszuhalten.

Die BZ Bank erfülle sämtliche bankgesetzlichen Vorschriften mit einem Mehrfachen an Marge, sagte Zuberbühler in einem Interview mit der Nachrichtenagentur sda. Sie könnte ohne Gläubigerverluste liquidiert oder an Dritte verkauft werden.

Die 1965 in Zürich gegründete AIG Privat Bank ist mit ihren rund 300 Mitarbeitern auf die Anlageberatung und Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden spezialisiert. Sie hat Vertretungen in Genf, Lugano, Hongkong, Singapur sowie Sao Paolo.

swissinfo und Agenturen

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