Bankier Mühlemann sieht Leaderrolle für Schweizer Börse
Die Schweizer Börse könnte laut Credit Suisse-Chef Lukas Mühlemann auf dem künftigen europäischen Börsenmarkt eine Leaderrolle spielen. Die SWX in ein Gesamtnetz einzubinden werde unvermeidlich.
Diese Meinung vertrat Mühlemann am Freitag (12.05.) vor den Medien in Lausanne. Zur angekündigten Fusion der Börsen von London und Frankfurt sagte Mühlemann, dass es sich dabei um einen ersten Schritt Richtung europäischer Einheitsbörse handle.
Diese Entwicklung werde auch für die Schweiz nicht ohne Folgen bleiben. «Wir steuern auf ein Network-System zu. Die Schweiz könnte bei dieser Entwicklung eine bedeutende Rolle spielen», sagte Mühlemann weiter.
Der schweizerische Börsenplatz dürfe aber nicht mehr durch der Stempelsteuer benachteiligt werden, dies umso weniger als die einmal fusionierten Börsen von London und Frankfurt eine Abwanderung von schwergewichtigen Standardwerten nach sich ziehen werden.
SWX-Präsident Fischer: Alleingang nicht geeignet
Gleichentags erklärte SWX-Verwaltungsratspräsident Jörg Fischer an der Generalversammlung der Schweizer Börse in Zürich, er sei sicher, dass ein Alleingang für die SWX nicht als das geeignete Mittel erscheine. Ob ein Zusammenschluss – und welcher – für die SWX-Teilnehmer in Zukunft am besten sei, lasse sich heute aber noch nicht sagen.
Das elektronische Börsensystem der SWX habe im europäischen Vergleich das beste Preis-Leistungsverhältnis. Die Schweizer Börse könne deshalb kein Interesse daran haben, Allianzen auf Kosten der Effizienz anzustreben. «Aber wenn es so weit ist, werden wir schnell handeln», fügte er hinzu.
swissinfo und Agenturen
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