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Bestnoten für die Bonität der Kantone

Finanz-Probleme wie in Leukerbad (hier das Rathaus) seien nicht repräsentativ, so die Studie. Keystone Archive

Die UBS Warburg erteilt den Kantonen gute Noten. Die Ratings der 26 Kantone bewegen sich in einer engen Bandbreite zwischen den fünf Bestnoten AAA und A+. Der neue Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen werde die Bonität weiter angleichen, so die Verfasser.

Die UBS Warburg hält in ihrer erstmals durchgeführten Bonitätsprüfung fest, die Kantone seien ein bedeutender Schuldner am Kapitalmarkt. Per Ende Mai 2001 hatten sie Anleihen von total 19,7 Mrd. Franken ausstehend. Das entspricht 12 Prozent des Schweizer Marktes für festverzinsliche Wertpapiere.

In ihrer am Donnerstag (05.07.) veröffentlichten Studie über die Kreditqualität und Kreditratingsbeschränkt sich die Investmentbank der UBS zunächst darauf, die Bandbreite für die Ratings der Kantone anzugeben. Detaillierte Ratings sollen im Rahmen einer zweiten Studie folgen, die in einigen Wochen publiziert wird.

Ratings bisher dünn gesät

Laut UBS Warburg verfügen bisher erst zwei Kantone über eine Bonitätseinstufung. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat den Kanton Zürich mit der Bestnote AAA bewertet, während der Kanton Genf die fünftbeste Note A+ erhalten hat.

Einzelne Kantone verfügen über ein indirektes Rating in Form einer Note für die Kantonalbank. So ist die Aargauer Kantonalbank mit der zweitbesten Note AA+ von S&P bewertet. Die St. Galler Kantonalbank hat von Moody’s die drittbeste Note Aa2 erhalten.

Diese Institute profitierten von der Staatsgarantie. Nur die Note A- erhält die Waadtländer Kantonalbank, die keine Staatsgarantie kennt. Die Gemeinden Genf und Lausanne sind von S&P mit der viertbesten Note AA- bewertet worden.

Beschränktes Risiko

Für Investoren stellten die Kantone ein sehr beschränktes Risiko dar. Dies, obwohl es keinen automatischen Unterstützungs-Mechanismus durch den Bund gebe und das Ausgleichssystem schwächer sei als in einigen anderen Ländern Europas.

Der Grund dafür sei das stabile regulatorische Umfeld und die Tatsache, dass ein Kanton zwar zahlungsunfähig werden, aber nicht Konkurs gehen könne. Für den Anleger bestehe deshalb das Risiko eher in einer termingerechten Bezahlung als im Zahlungsausfall.

Leukerbad und Zermatt als Mahnmale

Die Finanzdebakel in den Gemeinden Leukerbad und Zermatt hätten ein Schlaglicht auf die Risiken öffentlicher Schuldner geworfen. Beide Gemeinden seien jedoch weder für den Kanton Wallis, noch für die Schweiz als Ganzes repräsentativ.

Nach den Erfahrungen im Wallis dürften die Kantone ihre Kontrollen verstärken, um ähnliche Debakel in Zukunft zu verhindern. Auch die Gemeinden dürften ihre Fiskalmanagement angesichts der zurück haltenderen Politik der Banken verbessern.

swissinfo und Agenturen

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