Die Grossbank UBS mit Millionen-Verlust wegen ISMM-ISL
Die UBS und die französische Grossbank Paribas haben der Pleite gegangenen Sportvermarktungs-Firma ISMM-ISL einen Kredit von insgesamt 277 Mio. Franken gewährt.
Das Engagement der UBS liege dabei im Bereich einer «tiefen zweistelligen Millionensumme», sagte UBS Sprecherin Monika Dunant am Montag (28.05.) auf Anfrage zu einem Bericht des «SonntagsBlicks». Die Zeitung hatte von 300 Mio. bis 500 Mio. Franken Verlust für das Schweizer Finanzinstitut geschrieben.
Dunant sagte weiter, die entsprechenden Rückstellungen seien gemacht worden und bereits vollständig im Resultat des ersten Quartals enthalten. Die beiden Grossbanken hatten den gemeinsamen Kredit an die Sportvermarktungs-Firma 1999 gewährt.
Rettungsversuch für 75 Stellen
Bei ISMM und ihrer Tochter ISL liegen die Fernseh- und die Vermarktungs-Rechte für die Fussball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 ausserhalb Europas und der USA. Das in finanziellen Schwierigkeiten steckende Unternehmen hatte am 21. Mai Konkurs angemeldet, nachdem Übernahme-Verhandlungen mit dem französischen Mischkonzern Vivendi gescheitert waren.
Der genaue Verlust für den Weltfussball-Verband FIFA werde laut dessen Präsidenten Sepp Blatter erst Ende Mai feststehen, wenn die Sponsoren der FIFA die Unterlagen aus den Geschäften mit ISL zustellen. Er gehe davon aus, dass es weniger als 100 Mio. Franken sein werden, hatte Blatter am letzten Freitag gesagt.
Die weltweite Nummer eins im Sportmarketing war wegen Fehlinvestitionen im Tennis, US-Motorsport und brasilianischen Fussball in Schieflage geraten. Weltweit hat ISL 600 Personen beschäftigt, in der Schweiz sind es 160. Der Weltverband versucht laut Blatter derzeit, 75 ISL-Mitarbeiter zu übernehmen.
swissinfo und Agenturen
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