Die technische Güllen-Aufbereitung
Die Gewinnung von Biogas aus Gülle löst andere Probleme nicht: Gülle belastet Böden, Seen und Luft mit Phosphor und Ammoniak.
Abhilfe könnte die technische Güllen-Aufbereitung schaffen.
«Die Biogas-Gewinnung reicht nicht aus», sagt Urs Brücker, Projektleiter von «SwissFarmerPower». Der Baldegger- und der Hallwilersee, seit Jahren wegen des zu hohen Phosphoreintrags künstlich belüftet, würden weiter leiden.
Und auch zur Reduktion der Ammoniakbelastung leistet die Biogas-Gewinnung keinen Beitrag. Ideal wäre deshalb laut Brücker, die Anlage mit einer technischen Güllen-Aufbereitung zu kombinieren.
Dabei könnten die Nährstoffe ausgesondert und separat weiterverwendet werden, beispielsweise als Ersatz für Kunstdünger. Auf jeden Fall müssten die Synergien der beiden Verfahren genutzt werden.
Ziel: Reduktion von Ammoniak
Das Luzerner Amt für Umweltschutz (AfU) lässt derzeit die Möglichkeiten der technischen Güllen-Aufbereitung studieren.
Peter Koller, Leiter des Bereichs Landwirtschaft im AfU, erwartet bis Ende September erste Ergebnisse. Die Aufbereitung ist laut Koller nötig, um die Ziele der Ammoniak-Reduktion zu erreichen.
Urs Brücker von «SwissFarmerPower» geht davon aus, dass eine kombinierte Anlage rund 3000 Quadratmeter Platz braucht und vier bis fünf Personen beschäftigt. Die Investitionen dafür dürften zwischen vier und acht Mio. Franken liegen.
swissinfo und Agenturen
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