Druck auf Steueroasen steigt
Deutschland und Frankreich wollen sich dafür einsetzen, dass die Mitglieder der Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) die bilateralen Abkommen zu kooperationsunwilligen Ländern aufzukündigen.
Das sagte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde am Dienstag bei einer Medienkonferenz mit dem deutschen Finanzminister Peer Steinbrück in Paris.
Für den Gipfel der G-20-Staaten im April solle die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) «Kriterien und eine Liste der Länder» vorlegen, die nicht kooperierten.
Die Regierungen in Berlin und Paris wollten entschlossen gegen Staaten und Finanzplätze vorgehen, die bei den Themen Steuern, Finanzaufsicht und Geldwäscherei die Zusammenarbeit verweigerten, betonte Lagarde.
Steinbrück kritisierte erneut die Schweiz, die nach seiner Meinung auf die «schwarze Liste» der OECD gehört: «Offiziell hat sich die Schweiz gar nicht kooperativ gezeigt.» Wie von anderen Ländern erwarte er von Bern eine Zusammenarbeit im Kampf gegen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung.
Im vergangenen Oktober hatte der deutsche Finanzminister mit der Forderung, die Schweiz auf die Schwarze Liste der OECD zu setzen, für Empörung gesorgt.
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