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E-Mail-Systeme durch aggressiven «Liebesbrief» gelähmt

Viele E-Mail-Systeme sind am Donnerstag (04.05.) durch einen Computer-Virus lahmgelegt worden. In der Schweiz waren laut Auskunft des Bundesamts für Informatik (BFI) die Systeme der Bundesverwaltung sowie zahlreicher anderer Institutionen befallen.

Wie BFI-Sprecher Claudio Frigerio auf Anfrage in Bern sagte, befiel der Virus in der Schweiz um etwa 10.30 Uhr das E-Mail-Netz des Bundes; dieses wurde sofort abgeschaltet, um die Weiterverbreitung zu stoppen.

Betroffen waren auch die E-Mail-Netze der Swisscom, der Kantonspolizei Zürich, der Grossbanken UBS und Credit Suisse, ferner die Netze von Spitälern sowie von Medienunternehmungen. Sie wurden zumeist ebenfalls abgeschaltet oder mit Filterprogrammen versehen.

Laut Frigerio stammte der Virus offenbar aus den Philippinen. Es handle sich um einen Makrovirus, und zwar um einen sogenannten vbs-Script-Wurm (visual basic script) , der über Outlook-E-Mail-Systeme verbreitet werde.

Er versendet E-Mails mit dem Stichwort «ILOVEYOU» und dem Vermerk «kindly check the attached LOVELETTER coming from me» (Bitte beachte den angehängten Liebesbrief von mir); hinterlistigerweise verwendet er Absenderadressen, die den Empfängern bekannt sind.

Bei Öffnung des so genannten Attachements verbreitet er sich sofort weiter, und zwar an die im jeweiligen Gerät gespeicherten E-Mail-Adressen. Wie Frigerio weiter sagte, verändert der Virus aber lokal auch Daten auf PC-Festplatten und schädigt Daten auf File-Servern.

Frigerio warnte davor, das so genannte Attachement der «ILOVEYOU»-E-Mail anzuschauen. «Es darf auf keinen Fall geöffnet werden, sonst breitet sich der Virus sofort weiter aus», warnte er nachdrücklich und empfahl, die E-Mail am besten sofort und ungelesen zu löschen.

Laut Frigerio wird der Virus auch auf Faxgeräte, Telexe, als SMS-Botschaften auf Handys und auf Pager übermittelt; dann richtet der Virus jedoch keinen weiteren Schaden an.

So erhielt beispielsweise die Nachrichtenagentur AP von der Kantonspolizei Zürich einen sechsseitigen Fax mit dem Stichwort «ILOVEYOU», und der Aufforderung den beigehefteten «Liebesbrief» zu lesen. Die folgenden fünf Seiten enthielten das gesamte Programm des Virus.

Immun gegen den «Liebesbrief» sind Apple-Macintosh-Computer, die den Virus beim Öffnen des Attachments jedoch weiter verbreiten, wie Frigerio sagte. Auch wer Netscape-E-Mail-Software oder das alternative Betriebssystem Linux verwende, habe nichts zu fürchten.

swissinfo und Agenturen

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