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Europäische Patentorganisation: Patent auf Leben verheimlicht

Bei der In-Vitro-Fertilisation wird eine Eizelle künstlich befruchtet. UC Davis

Bei der Eröffnung der Konferenz der Europäischen Patentorganisation (EPA) demonstrierte Greenpeace gegen Patente auf Leben. Ein Patent auf ein Mensch-Tier-Mischwesen wurde bereits im letzten Januar herausgegeben, obwohl ein solches rechtlich und ethisch s

Am Montag (20.11.) begann in München die Konferenz der Vertragsstaaten des europäischen Patentübereinkommens. Die Konferenz über die Zukunft des Patentrechts in Europa. Vertreten sind sind alle Mitgliedsstaaten, auch die Schweiz. Ebenfalls anwesend bei der Eröffnung waren rund 30 Greenpeace-Aktivisten. Die EPA hatte einen Antrag von Greenpeace an der Konferenz teilzunehmen im Vorfeld abgelehnt.

Behörde patentiert und verheimlicht

Die Umweltorganisation hatte am Sonntag (19.11.) ein Papier veröffentlicht, das beweist, dass die EPA bereits Patente auf Leben erteilt hatte. Vor einem Monat noch hatte die Patent-Organisatione versichert, dass Patente für Mensch-Tier-Mischwesen, sogenannte Chimären, aus ethischen Gründen nicht vergeben würden. Die Umweltschützer gaben sich mit dieser Auskunft nicht zufrieden und brachten ein Papier an die Öffentlichkeit, das Fragen aufwirft.

Das Patent EP 0 380 646 B1 vom 20.01.1999 bezieht sich auf die «(In-Vitro) Vermehrung von embryonalen Stammzellen unter Verwendung von Leukämie-Inhibitionsfaktor (LIF)». Explizit darin aufgeführt ist unter Punkt 14 die Herstellung eines nicht-humanen, chimären Lebewesens. Damit wurde ein Patent auf Leben erteilt. Warum die EPA die Öffentlichkeit falsch informierte, ist bisher unklar. Greenpeace bezeichnet dieses Vorkommnis als Skandal.

Schweizer Firma im Patent-Skandal

Das Patent auf die Chimäre gehört der australischen Firma Amrad. Diese arbeitet eng mit der Genfer Bio-Tech-Firma Ares Serono zusammen. Laut einem Serono-Communiqué vom Januar 2000 haben die beiden Firmen bereits vorklinische Tests mit dem Leukämie-Inhibitionsfaktor (LIF) aufgenommen.

Nick Miles, Presseverantwortlicher der Serono, betonte gegenüber swissinfo, dass die Produktion von Chimären in keiner Weise zu den Geschäftsfeldern der Firma gehöre. Es seien auch keine diesbezüglichen Aktivitäten geplant. Er versprach jedoch weitere Abklärungen, ob das Patent Auswirkungen auf die Tätigkeit der Schweizer Firma habe.

swissinfo und Agenturen

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