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Europas erste Internet-Familie im Netz

Daniel, Grace, Ursi und Carlo Steiner - die Bewohner des Internet-Hauses. Keystone

Europas erste Internet-Familie ist im Netz. In Hünenberg (ZG) praktiziert sie das High-Tech-Wohnen als Fulltime-Job. Die Medien erhielten am Donnerstag (16.11.) Einblick ins Projekt "futurElife". Allen andern steht das Internet offen.

Die Familie Steiner – Ursi (41), Daniel (38), Grace (11) und Carlo (4) – sind aus Fleisch und Blut. Auch das futurElife-Haus ist ein gewöhnliches Reiheneinfamilienhaus. Im Innern aber wird es futuristisch: Ausgestattet ist es mit neuster Technologie, die laufend durch noch neuere ersetzt wird.

«Von allem immer das Neuste»

heisst die Devise der Initianten. Hinter dem vorerst unbefristeten Projekt steht die Beisheim Holding von Otto Beisheim, dem Gründer des grössten deutschen Handelskonzerns Metro. Als Partner bei «futurElife» zeichnet Cisco Systems.

Unter ständiger Beobachtung aber mit Refugium

Steiners Aufgabe ist die praktische Erprobung des Hauses der Zukunft. Erwartet werden Antworten auf Fragen nach der Wohn- und Lebenswelt von Morgen. Über 50 Systeme, Apparate, Geräte finden sich auf der Technologie-Liste des Hauses – von der Fernbedienung des Hauses über ein Schloss-System, das auf Fingerabdruck reagiert, bis zum feuchtigkeitsregulierten Brotkasten.

Steiners, die aus 70 Bewerberfamilien ausgewählt wurden, wird allerdings auf die Finger geschaut. Die Öffentlichkeit hat Einblick in dieses Zukunftsmuseum: entweder über Internet oder – ganz altmodisch – durch Besuch an Ort.

Wird ihnen das gläserne Wohnen zuviel, können sie sich allerdings in die Privatsphäre des benachbarten Hauses zurückziehen. Dort lässt es sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit leben.

Schwellenängste abbauen

«Türen zur Zukunft aufstossen!» will Beisheim-Geschäftsführer Hans-Dieter Cleven, der Initiator von «futurElife». Schwellenängste abbauen, Ent-Mystifizierung des Internets und Visionsfabrik sind weitere Stichwörter, die Cleven nennt. Für Projektleiter Jürg Kallay ist das Haus eine Kombination von Informationstechnologie, Energie, Wellness, Sicherheit und Komfort. Nach Angaben der Initianten handelt es sich um ein bis heute in Europa einzigartiges Haus.

Zentrales Element ist die Möglichkeit, acht Systeme mit einer Konsole extern zu steuern. Das Problem so genannt intelligenter Häuser ist nämlich die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine wie auch zwischen Maschinen unterschiedlicher Machart. Dieses Problem einer gemeinsamen Sprache hat die Schweizer Firma MaMa Technologies AG gelöst.

Stiftung investierte 3,5 Mio. Franken

Insgesamt hat die Beisheim-Stiftung rund 3,5 Mio. Franken in die beiden Häuser, in Einrichtungen und Umbauten investiert. Die Apparate und Geräte im Haus haben einen Wert von rund 1,5 Mio. Franken. Sie mussten aber nicht gekauft werden, weil die beteiligten Firmen sie – mit entsprechendem Werbeeffekt – zur Verfügung stellen.

Für das professionelle Wohnen im High-Tech-Haus erhält Familie Steiner eine «marktgängige und faire» Bezahlung. Für das private Rückzugshaus anderseits bezahlen sie ebenfalls einen «marktgängigen» Mietzins. Genaue Zahlen sind nicht zu erfahren.

swissinfo und Agenturen

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