Expo.02: Orange steigt aus
Die Mobilfunk-Firma Orange steigt aus der Expo.02 aus und nimmt eine rechtliche Auseinandersetzung mit der Expo-Leitung in Kauf. Die Expo ihrerseits bezeichnet den Entscheid als "inakzeptabel": Es gehe um einen Vertrag von 9,2 Millionen Franken.
Bei allem Wohlwollen für die Landesausstellung habe ein Abwägen zwischen der Investitions-Summe und dem zu erwartenden Nutzen zum Abbruch-Entscheid geführt, teilte Orange mit. Der Ausstieg sei ein Entscheid für einen verantwortungsvollen Umgang mit den finanziellen Mitteln und liege im Interesse des Unternehmens, seiner Mitarbeiter und der Kunden.
Als «inakzeptabel» bezeichnete Expo-Sprecher Laurent Paoliello den Entscheid von Orange: «Wir sind konsterniert und verärgert, da wir in Besitz eines von Orange unterzeichneten Vertrags im Umfang von 9,2 Millionen Franken sind.» Zudem habe es keine Anzeichen für einen allfälligen Rückzug des Unternehmens gegeben.
Für Paoliello ist klar: «Wir werden selbstverständlich unsere Rechtsansprüche geltend machen.» Doch zuerst werde man das Gespräch mit Orange suchen.
Die von Orange vorgebrachten Gründe bezeichnete Paoliello als «falsche Vorwände». Bei der Vertragsunterzeichnung im Januar 2000 seien von Orange keine Problem erwähnt worden, und die Vertragsbedingungen hätten sich seither nicht verändert. Demgegenüber verhalte sich aber der Telekommunikations-Markt momentan «sehr nervös».
Orange schreibt Verluste
Mit dem Ausstieg von Orange sinkt die Zahl der Ausstellungsprojekte für die Landesausstellung auf 39. Bereits abgesprungen waren auch Diax/Sunrise.
Die Firma Orange mit Sitz in Lausanne schrieb im vergangenen Jahr rote Zahlen. Genaue Angaben dazu sind jedoch nicht bekannt. Das Unternehmen, das zu 85 Prozent von France Télécom kontrolliert wird, erklärte die Verluste mit enormen Investitionen sowie der Tatsache, dass Orange erst seit 18 Monaten auf dem Schweizer Mobiltelefonie-Markt präsent ist.
swissinfo und Agenturen
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