Föderativverband für starken Service public
An der Delegiertenversammlung in Bern hat sich der Föderativverband (FöV) für einen starken Service public ausgesprochen. Die Gewerkschaften müssten enger zusammenarbeiten. Der FöV verlange zudem ein Ende des stückweisen Verkaufs der Swisscom.
Der Einsatz für den Service public werde in Zukunft vermehrt im Mittelpunkt der gewerkschaftlichen Politik stehen, sagte der Präsident des Föderativverbandes des Personals öffentlicher Verwaltungen Hans Ueli Ruchti am Dienstag (07.11.). Die Wandlung des öffentlichen Dienstes bedinge eine laufende Anpassung der Gewerkschaften.
Die Kräfte müssten vermehrt gebündelt und die sich zunehmend überlappenden Organisationsgebiete erkannt werden.
Gewerkschaft «Service public»?
Die Suche nach Synergien und der optimalsten Organisationsform müsse von den Einzelgewerkschaften wahrgenommen werden. Der FöV wolle aber den Prozess des Zusammenschlusses der Gewerkschaften im Service-public-Bereich unterstützen. In diesem Sinn empfahl die Geschäftsleitung auch die Annahme eines Antrags der Gewerkschaft Platzunion Zürich, die den FöV mit der Schaffung einer «Gewerkschaft Service public» beauftragen will.
Der FöV widersetze sich klar einer vollständigen Privatisierung der Swisscom AG und dem Verkauf der Aktienmehrheit durch den Bund, führte Ruchti weiter aus. Die Swisscom-Leitung verscherble Stück um Stück des Unternehmens samt den Beschäftigten an die Meistbietenden, kritisierte der FöV-Präsident.
Am Schluss müsse das Schweizer Volk an der Urne über die Privatisierung einer Firma entscheiden, die nicht mehr existiere. Stattdessen sollte der Bund der Swisscom AG den Auftrag zur Grundversorgung weiter übertragen.
Abgelehnt wird auch die Bahnreform II. Der FöV wolle keine Eisenbahn wie in Grossbritannien, wo in jedem Zug die Angst mitfahre. Der Schaffung einer Postbank stimme der Verband hingegen zu. Im weiteren bekräftigte Ruchti die Ablehnung des neuen Bundespersonalgesetzes durch den Föderativverband.
swissinfo und Agenturen
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