Gewerkschaften begrüssen Stossrichtung Cortis
Die Gewerkschaften begrüssen die jüngsten Vorschläge der Konzern-Spitze zur Sanierung der Swissair Group. Die mittelfristigen Perspektiven für das Personal seien aber unsicher.
Die Zukunft des Flugverkehrskonzerns werde entscheidend von der Wahl des neuen Allianz-Partners abhängen, sagte Daniel Fischer, Präsident des VPOD Luftverkehr, am Donnerstag (12.09.). Erst dann liessen sich die personal-politischen Auswirkungen beurteilen.
Erleichtert zeigte sich Fischer darüber, dass die Swissair Group unter Konzernchef Mario Corti keine vorschnellen Massnahmen zur Redimensionierung beschlossen habe. Positiv sei ferner, dass der Konzern am Flug- und flugverwandten Geschäft festhalten wolle.
Aeropers: Grundsätzlich positiv
Zufrieden mit dem von Corti eingeschlagenen Sanierungskurs zeigte sich auch Aeropers, die Vereinigung des Cockpit-Personals. Es sei grundsätzlich positiv, den Fokus auf das Kerngeschäft mit Swissair und Crossair zu legen und die Synergien zu nutzen, sagte Aeropers-Geschäftsführer Reto Nause.
SKV: Noch viele Fragen offen
Der Schweizerisch Kaufmännische Verband (SKV) hat seine Forderung an die Swissair-Gruppe bekräftigt, Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten. Die Unsicherheit der Angestellten bleibe bestehen, sagte SKV-Zentralsekretärin Susanne Erdös auf Anfrage. Eine allfällige Fusion zwischen der Atraxis Group und der Lufthansa Systems Group könnte grosse Umwälzungen im Personal-Bereich haben, indem Angestellte nach Frankfurt transferiert werden.
Aviatik-Experte: Am Ziel vorbei
Nach Meinung des französischen Aviatik-Experten Pierre Condom geht die Sanierung der Swissair Group am eigentlichen Ziel vorbei. Anstatt nur den Investoren zu gefallen, müsste sich Swissair-Chef Mario Corti verstärkt auch mit den Angestellten und der Kundschaft befassen, sagte Condom.
Dass es zu keinem grossen Stellen-Abbau kommen soll, bezweifelt Condom. Der Kapazitätsabbau und die Konzentration auf die Airlines Swissair und Crossair lasse darauf schliessen, dass ich das Unternehmen von einer gewissen Anzahl Angestellten trennen müsse.
Sabena: Gewerkschafter streiken
Belgische Gewerkschafter haben den Tag, an dem Mario Corti die Swissair-Sanierungspläne vorstellt, zum Anlass für einen Streik genommen. Vor dem Swissair-Hauptsitz in Zürich demonstrieren sie mit 400 Personen gegen den geplanten Ausstieg des Flug-Konzerns aus der belgischen Sabena. Sie sind in der Nacht auf Donnerstag mit Bussen angereist.
swissinfo und Agenturen
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