Kontodaten von Schweizer Banken für Frankreich
Frankreich hat die Namen von 3000 steuerpflichtigen Inhabern von Schweizer Bankkonten erhalten. Das sagt der französische Haushaltsminister Eric Woerth. Ein Teil der Bankkonten stehe "höchstwahrscheinlich" im Zusammenhang mit Steuerflucht.
Auf den Konten werde eine Summe von insgesamt 3 Milliarden Euro (4,5 Mrd. Franken) verwaltet, sagte Woerth weiter in einem Interview mit der Wochenzeitung «Le Journal du Dimanche».
Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) lehnte jeglichen Kommentar ab. Mediensprecher Roland Meier betonte lediglich, dass die Datenlieferung nicht aufgrund des letzte Woche vom Bundesrat gutgeheissenen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) mit Frankreich beruhen könne. Dieses sei noch nicht in Kraft und muss noch vom Parlament genehmigt werden.
Woerth erklärte der Zeitung gegenüber weiter, die Betroffenen sollten ihre Situation so rasch wie möglich klären. Sie sollten sich so schnell wie möglich selbst anzuzeigen. Falls sie dies nicht täten, werde die Finanzaufsicht «in ihrer ganzen Härte» aktiv.
Neben dem DBA mit Frankreich hatte der Bundesrat letzte Woche die DBA mit Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Mexiko und Grossbritannien gutgeheissen.
Um von der so genannten «grauen Liste», die vom OECD-Sekretariat für die G-20 zusammengestellt wurde, gestrichen zu werden, müssen zwölf DBA- Abkommen unterzeichnet werden.
swissinfo.ch und Agenturen
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