The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Krayer verteidigt Bankenplatz Schweiz

Georg F. Krayer, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung. Keystone

Die Schweiz ist weder ein Steuerparadies noch kooperationsunwillig. Mit dieser Aussage hat Georg F. Krayer, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), am Montag (21.08.) in Bern den Bankenplatz Schweiz verteidigt.

Die Schweiz wolle die Zusammenarbeit innerhalb der EU in Steuerfragen nicht torpedieren. Das Bankgeheimnis sei aber nicht verhandelbar, erklärte Krayer bei der Präsentation des Jahresberichtes. Damit vertritt er die gleich Haltung wie Finanzminister Kaspar Villiger.

Massnahmen gegen die Steuerflucht von der Schweiz würden erst nachvollzogen, wenn auch die Finanzplätze ausserhalb Europas wie USA, Japan, Singapur und Hongkong einen Beitrag zur globalen Absicherung der europäischen Steuerharmonisierung leisten würden.

Krayer: Noch Hausaufgaben für andere Länder

Das Schweizer Bankensystem habe bereits ein «hervorragendes» Aufsichtssystem, sagte Krayer. «Wir können deshalb die leicht kritischen Bemerkungen des Finacial Stability Forum (FSF) nicht gutheissen.» Zumal es Finanzplätze gebe, die bezüglich Überwachung ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht hätten.

Beispielsweise hätten sie noch keine Regelung für die Vor-Ort-Kontrollen der Behörden des Herkunftslandes internationaler Bankkonzerne eingeführt, sagte Krayer. Dies betreffe auch Länder in der EU, ergänzte SBVg- Geschäftsleitungsmitglied Claude-Alain Margelisch.

Das FSF der G7-Finanzminister hatte Ende Mai die Schweiz als «Offshore-Finanzzentrum» bezeichnet. Allerdings wurde die Schweiz als «unproblematisches Land» in die bestmögliche Kategorie der Offshore-Finanzzentren eingereiht.

Neue Offenlegungspflicht für US-Personen

Was die Offenlegung der Identität amerikanischer Bürger und Green-Card-Inhaber gegenüber der US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) betrifft, ist laut Krayer die gewünschte Diskretion für die Kunden mit dem neuen System weiterhin gewährleistet.

Die Banken verpflichten sich gegenüber den US- Steuerbehörden, ab dem 1. Januar 2001 abzuklären, welche Kunden in den USA steuerpflichtig sind. Steuerpflichtige, die ihre Identität nicht offenlegen wollen, müssen ab diesem Stichdatum den Abzug einer 31- prozentigen Sicherungssteuer auf Erträgen und Verkaufserlösen von US-Wertschriften in Kauf nehmen.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft