Kunst im Supermarkt
In Solothurn ist diese Woche ein Supermarkt für Kunst eröffnet worden. Im Angebot sind Kunstwerke von 52 Kunstschaffenden aus zwölf Nationen. Nichts kostet mehr als 600 Franken. Angeboten wird statt elitärer Kulturgenuss Kunsteinkauf zum Discount-Preis.
Gute und echte Kunst zu erschwinglichen Preisen für alle – so lautet das Motto des ersten Schweizer Kunst-Supermarktes. Dabei werden die Verkaufsstrategien eines «echten» Supermarktes genutzt: Gute Erreichbarkeit, klare Preise, Tiefstpreis-Angebote, riesige Auswahl und Discount-Atmosphäre.
Zum Kauf angeboten sind über 2’000 Originalwerke, welche von 52 Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz wie aus dem Ausland ausschliesslich zu diesem Zweck hergestellt wurden. Gegliedert sind die Werke in vier verschiedene Formate und vier Preiskategorien (99, 199, 399 und 599 Franken) herrschen vor.
Zweierlei Kunstförderung
Der erste Schweizer Kunst-Supermarkt wird in Zusammenarbeit mit den Kunst-Supermärkten in Frankfurt und Marburg durchgeführt. Er richtet sich an ein breites Publikum und will dieses für Kunst begeistern. Jene, die sich ansonsten nicht in Galerien trauen, sollen sich im Supermarkt für Kunst wohl fühlen.
Gleichzeitig tritt gemäss Peter Lukas Meier, Initiant der Solothurner Veranstaltung, das Konzept gegen die billige Massenware aus den «Kunstabteilungen» der Kaufhäuser an. Es soll sich beim Kunst-Supermarkt schliesslich nicht auch um Supermarkt-Kunst handeln. Demnach wird nicht allein Kunstkommerz gefördert, sondern auch Kunstverständnis.
Carole Gürtler
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch