MEM-Industrie weiter auf Wachstumskurs
Der Aufschwung in der schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) festigt sich: Erstmals seit zwei Jahren verzeichnete die Branche im ersten Quartal 2000 einen Umsatzanstieg, wie der Branchenverband Swissmem am Mittwoch (17.05.) mitteilte.
180 Unternehmen der MEM-Industrie haben dem Branchenverband Swissmem über den Geschäftsverlauf des ersten Quartals 2000 Bericht erstattet. Die gemeldeten Zahlen ergaben ein so positives Bild wie seit zwei Jahren nicht mehr.
Mit einem Plus von 5,5 Prozent konnte eine zweijährige Phase rückläufiger Umsätze beendet werden. Die Bestellungen nahmen verglichen mit dem ersten Quartal 1999 um 7,1 Prozent zu. Damit habe sich der Ende 1999 eingetretene Aufschwung fortgesetzt, betont Swissmem.
Wie schon im vierten Quartal 1999 zogen die Bestellungen aus dem Inland mit einem Plus von 21,5 Prozent deutlicher an, als diejenigen aus dem Ausland (plus 5,2 Prozent). Der Grund dafür sei unter anderem das tiefe Inland-Niveau.
Steigende Umsätze
Bei den Umsätzen zeigte sich vorerst noch ein umgekehrtes Bild. Im Ausland konnte ein Plus von 6,5 Prozent realisiert werden, im Inland betrug die Zunahme 2,9 Prozent. Dank der erfreulichen Auftragseingänge der letzten beiden Quartale könne aber mit einem baldigen Anziehen des Binnenmarktes gerechnet werden, so Swissmem weiter.
Insgesamt exportierten die Unternehmen der MEM-Industrie im ersten Quartal Güter im Wert von gegen 14 Mrd. Franken. Das entspricht gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres einer Zunahme von 14,7 Prozent. Ein solches Wachstum wurde laut Swissmem seit Beginn der Achtzigerjahre nie mehr erreicht.
Wachsende Exporte
Bei den exportierten Gütern werden unter anderem auch Lieferungen innerhalb einer Unternehmung mitgerechnet, weshalb der Wert nicht mit den Umsatzzahlen korrespondiert.
Wachstumsmotor war weiterhin der US-Markt, der erneut um 20 Prozent zulegte. Auch die Märkte in Asien haben sich wieder erholt. Während der Asien-Krise sank der Asien-Anteil an den gesamten Ausfuhren der MEM-Industrie von 15,4 Prozent auf 10,9 Prozent. Inzwischen machen die Exporte in diese Region wieder 13 Prozent der gesamten Ausfuhren aus. Besonders positiv entwickelten sich die Länder Malaysia, Südkorea und Indonesien, die Wachstumsraten von über 100 Prozent verzeichneten.
Europa konnte dagegen noch nicht mit dem Tempo der USA und Asiens mithalten, wuchs aber mit einem Plus von 10,9 Prozent ebenfalls kräftig. Während sich Italien (plus 19,2 Prozent) und Frankreich (plus 13,3 Prozent) im EU-Vergleich überdurchschnittlich entwickelten, fiel das Wachstum in Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt, mit plus 7,9 Prozent noch etwas bescheidener aus.
Auch für das ganze Jahr herrscht in der MEM-Industrie Zuversicht. Voraussetzung sei aber, dass das positive Wechselkursumfeld anhalte und der Euro gegen den Franken nicht noch markanter zur Schwäche neige. Insgesamt erwartet Swissmem sieben bis zehn Prozent höhere Bestellungseingänge als im Vorjahr.
swissinfo und Agenturen
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