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MKS: Kantone werden aktiv

Es wird ungemütlich und Erinnerungen an die 60er Jahre werden wach. Die Kantone verschärfen die vorbeugenden Massnahmen gegen die MKS. Keystone Archive

In der Schweiz haben die Kontrollen wegen der drohenden Maul- und Klauenseuche (MKS) erste Folgen. Im Kanton Bern wurde einem Schweinehalter das Verfüttern von Speiseabfällen verboten und Strafanzeige eingereicht. Der Kanton Luzern stoppte die Betriebsbesuche. Im Wallis wurden die Kuhringkämpfe abgesagt.

Der Veterinärdiest des Kantons Bern ist in Alarmbereitschaft. Bei Betrieben mit besonderem Seuchenrisiko wie Speiseabfall-Verwertern seien verschärfte
Kontrollen durchgeführt worden. Bei einem Betrieb sei ein Verstoss gegen eine der Auflagen festgestellt worden. Der Verstoss sei zwar nicht gravierend, doch müsse in der aktuellen Lage auch das geringste Risiko ausgeschlossen werden, sagte Kantonstierarzt Christian Huggler. Gegen den Schweinehalter sei zudem Strafanzeige eingereicht worden.

Ausserdem wurden im Kanton Bern alle seit Sommer 2000 aus der EU eingeführten Schafe einer Blutuntersuchung auf MKS unterzogen. Die Resultate stehen noch aus.

Steueramt stellt Schatzungen ein

Der Kanton Luzern verzichtet zunächst unbestimmte Zeit auf Betriebsbesuche des Schatzungsamts. Damit soll jegliches zusätzliche Übertragungsrisiko der hochansteckenden Seuche vermieden werden.

Keine Kuhringkämpfe

Im Wallis sagte der Eringervieh-Zuchtverband am Donnerstag (15.03.) die traditionellen Kuhringkämpfe für den ganzen Frühling ab. Die Massnahme erfolge in Übereinstimmug mit den grossen Schweizer Viehzuchtverbänden.

Bund verhängte Einfuhrsperren

Seit am Dienstag (14.03.) bekannt wurde, dass die Maul- und Klauenseuche (MKS) im Nachbarland Frankreich ausgebrochen ist, sind in der Schweiz heftige Diskussionen um Abwehrmassnahmen im Gang.

Der Bund untersagte die Einfuhr von lebenden Kühen, Schweinen, Schafen, Ziegen und Hirschen aus der gesamten Europäischen Union (EU). Fleisch-Importe sind allerdings weiterhin zugelassen. Rigoroser sind die Schweizer Massnahmen gegen Argentinien: Da sind ab sofort alle Fleisch-Importe untersagt.

Seuche breitet sich weltweit aus

Trotz internationaler Schutzmassnahmen breitet sich die Maul- und Klauenseuche aus: Nach MKS-Fällen in Grossbritannien, Frankreich, der Türkei und
Argentinien wurde die Krankheit am Donnerstag auch im Nahen Osten und in Südasien festgestellt.

In Portugal wurde eine Rinderherde wegen MKS-Verdachts vorsorglich getötet. Grossbritannien plant wegen der Seuche die Massenkeulung von möglicherweise über 100’000 weiteren Tieren.

swissinfo und Agenturen

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