«Nase voll»: SBB-Personal protestiert
Mit einer Flugblattaktion auf den Bahnhöfen hat das gewerkschaftlich organisierte SBB-Personal am Donnerstagmorgen (23.11.) gegen die Lohnpolitik der SBB protestiert. Härtere Aktionen wurden angedroht.
Der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV) warf den SBB-Managern Sturheit und Missmanagement vor und drohte mit einer Ausdehnung der Protestaktionen mit Auswirkungen auf den Zugsverkehr.
Anlass ist die Verweigerung der SBB-Geschäftsleitung, dem Bahnpersonal den Teuerungsausgleich für 2001 zu zahlen. «Wir haben die Nase voll!» heisst es auf den Flugblättern, die von SEV-Mitgliedern an die Bahnpassagiere verteilt wurden.
Seit 1996 zahle die Bahn keinen Teuerungsausgleich und keine Lohnverbesserungen mehr. Zugleich sei die Produktivität um 30 Prozent gestiegen, und das SBB-Management habe jede vierte Stelle abgebaut
Die Bähnlerinnen und Bähnler drohten, in den kommenden Wochen vielleicht keine Überstunden mehr zu leisten und nicht mehr auf Rasttage zu verzichten. Auswirkungen auf den Bahnbetrieb wären dabei nicht zu vermeiden.
SBB reagierten mit Unverständnis
Die SBB reagierten mit Unverständnis auf die Aktion. Man stehe mitten in den Verhandlungen, sagte Daniel Nordmann, Personalchef der SBB. Er zweifle daran, ob eine solche Aktion mithelfe, Lösungen zu finden. Mit Aussagen wie «Überstunden bis zum Umfallen» und «Null Franken Teuerungsausgleich» operiere der SEV mit falschen Zahlen.
Seit 1. Juni 2000 gilt bei den SBB laut Mitteilung die 39-Stunden-Woche. Dabei handle es sich um eine Reduktion von zwei Arbeitsstunden pro Woche. Die SBB hätten mit den Personalverbänden bereits im April 1999 Folgendes vereinbart: die Hälfte der Arbeitszeitverkürzung um zwei Stunden pro Woche kompensiert je ein Prozent des für die Jahre 2000 und 2001 geplanten
Teuerungsausgleichs.
swissinfo und Agenturen
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