Nationalbank: es bleibt wie es ist
Die Geldpolitik wird in der Schweiz vorerst nicht geändert. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) senkt die Zinsen nicht. Es bleibt bei der am vergangenen 22. März festgelegten Bandbreite von 2,75 bis 3,75 Prozent.
Der unveränderte geldpolitische Kurs wurde von der Nationalbank damit begründet, dass sich die wirtschaftlichen Perspektiven in der Schweiz seit der letzten Anpassung am vergangenen 22. März kaum verändert haben.
Die Nationalbank sehe daher zurzeit keinen Anlass, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. Die konjunkturellen Aussichten der Schweizer Wirtschaft seien
gut, begründete die SNB ihre Politik. Es herrsche nach wie vor Preisstabilität.
Die konjunkturellen Aussichten der Schweizer Wirtschaft seien unverändert gut, sagte SNB-Präsident Jean-Pierre Roth am Donnerstag (14.06.) in Bern. Das reale Wirtschaftswachstum dürfte im laufenden Jahr 2,0% und im kommenden Jahr 2,1% betragen.
Tür bleibt offen
Roth verhehlte jedoch nicht, dass die SNB-Prognose diversen Unsicherheiten unterliege. Der Erdölpreis sei wieder etwas gestiegen. Entscheidender sei aber, ob die US-Konjunktur gegen Ende Jahr wie erwartet wieder in Fahrt kommen werde.
Sollte sich die amerikanische Wirtschaft stärker als erwartet abkühlen, werde die Nationalbank ihren geldpolitischen Kurs überprüfen. Roth liess damit die Tür für eine mögliche Zinssenkung zu einem späteren Zeitpunkt offen.
Lob und Tadel
Der geldpolitsche Nullentscheid ist auf Kritik, aber auch auf Verständnis gestossen. Hauseigentümer und Mieter sowie die Konjunkturforschung KOF der ETH Zürich und die UBS hätten eine Lockerung erwartet.
Der Spitzenverband von Industrie und Handel economiesuisse und die Credit Suisse zeigten sich wenig überrascht. Der der Schweizerische Gewerkschaftsbund, SGB erwartet weitere Zinsschritte im Laufe des Jahres
swissinfo und Agenturen
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