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Optimistische Prognose des Nationalbank-Präsidenten

Ein Wachstum von über zwei Prozent bei weitgehender Vollbeschäftigung und geringer Teuerung hat Nationalbankpräsident Hans Meyer für dieses Jahr in Aussicht gestell. An der Generalversammlung der Notenbank in Bern mahnte er zu Integrität und Sorgfalt.

Ein Wirtschaftswachstum von deutlich über zwei Prozent bei weitgehender Vollbeschäftigung und bescheidener Teuerung hat Nationalbankpräsident Hans Meyer für dieses Jahr in Aussicht gestellt. An der Generalversammlung der Notenbank vom Freitag (28.04.) in Bern mahnte er den Finanzplatz zu Integrität und Sorgfalt.

Die Schweizer Wirtschaft ist dem Ziel eines angemessenen Wachstums bei hoher Beschäftigung und Preisstabilität zur Zeit näher als seit vielen Jahren, wie der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sagte. Meyer führte dies vor allem auf drei Gründe zurück: die eigenen Anstrengungen der Wirtschaft, die bessere internationale Wirtschaftslage und die günstigen monetären Rahmenbedingungen.

Die Kehrseite der Medaille bestehe einerseits in tendenziell zunehmenden Risiken für die gesamtwirtschaftliche Stabilität. Mit der schrittweisen Straffung der Geldpolitik habe die Nationalbank vorsorgliche Massnahmen getroffen. Anderseits besteht laut Meyer die Gefahr, dass das erfreuliche Gesamtbild den Blick für die Notwendigkeit trübt, die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen stetig in sozial verträglicher Weise zu verbessern.

Auf dem Arbeitsmarkt rechnet der Notenbankpräsident mit zunehmenden Verknappungserscheinungen. Gewisse Sorgen macht sich der oberste Währungshüter offensichtlich um die Stabilität und Integrität auf dem Finanzplatz. Er widmete diesen Aspekten, die unter anderem durch Milliardenabschreiber der Grossbanken und die Abacha-Affäre für Schlagzeilen gesorgt hatten, jedenfalls ein spezielles Kapitel in der Präsidialansprache.

Meyer plädierte für Weitsicht bei den anstehenden Entscheiden auf internationaler Ebene über die Eigenmittelanforderungen an die Banken. Und er erinnerte die Bankiers daran, dass zur Integrität nicht zuletzt die sorgfältige Wahl der Geschäftsbeziehungen gehöre. Dies treffe vor allem für einen Finanzsektor zu, der traditionell mit einer weltweiten Kundschaft verbunden sei.

Goldverkäufe beginnen so rasch wie möglich

Mit Blick auf das am kommenden Montag in Kraft tretende neue Währungs- und Zahlungsmittelgesetz bekräftigte der SNB-Chef, dass die Nationalbank sobald als möglich mit dem Verkauf von rund 1’300 Tonnen Gold beginnen werde. Es handelt sich um jenen Teil der Goldreserven, die nicht mehr für währungspolitische Zwecke benötigt werden. Was die internationale Währungspolitik betrifft, so plädierte Meyer erneut dafür, dass sich der Internationale Währungsfonds wieder vermehrt auf seine Hauptaufgabe zurückbesinne. Gleichzeitig müsse der Privatsektor stärker in die Lösung von internationalen Finanzkrisen eingebunden werden.

swissinfo und Agenturen

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