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Ostschweizer haben ihre Finanzen im Griff

Bern - der Kanton wendet jeden neunten Franken für den Schuldendienst auf. www.picswiss.ch

Die Ostschweizer werden laut einer am Dienstag publizierten Studie über Kantonsfinanzen ihrem Ruf als grundsolide Hausväter gerecht. Schlecht schneiden hingegen die Kantone der Westschweiz sowie Bern ab. Erstaunlich gut schlagen sich das Tessin und Graubünden.

Wie im Vorjahr sei der Kanton Thurgau Benchmark für den Rest der Schweiz, schreibt das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» in seiner jüngsten Ausgabe über die Studie des Westschweizer Schwesterblattes «Bilan» und des Lausanner Instituts für Management in öffentlichen Verwaltungen (IDHEAP).

Der siegreiche Thurgau habe nicht nur massiv gespart, sondern auch Reformen durchgezogen, schreibt das Wirtschaftsmagazin. So wurde etwa die Zahl der Gemeinden von 240 auf 80 reduziert, wovon auch der Kanton dank einer neuen Lastenverteilung profitiert.

Hinter Thurgau findet sich Appenzell Innerrhoden auf Platz zwei. Der bisher als finanzschwach eingestufte Minikanton sei von Rang 18 im Vorjahr in die Spitzengruppe katapultiert worden. Zur Spitzengruppe gehören auch Schaffhausen auf Platz vier – und Aargau auf Platz drei.

Sanierungsfall Waadt

Anders als die Ostschweizer schnitten die Westschweizer Kantone schlecht ab. Grösster Verlierer ist der Kanton Genf, der von Rang drei auf den zweitletzten Platz abstürzte. Dies hänge allerdings mit der Rettung der Kantonalbank zusammen, wofür im Rechnungsjahr 2000 2,7 Mrd. Franken abgeschrieben wurden.

Von einem Sanierungsfall spricht «Bilanz» beim Kanton Waadt, der isoliert am Tabellenende steht. Die sorglosen Waadtländer hätten während zehn Jahren über ihre Verhältnisse gelebt und die gute Ausgangslage Anfang der Neunzigerjahre verspielt. Bei fünf von acht Indikatoren erhielt der Kanton die Minimalnote eins.

Bern abgeschlagen

Ebenfalls abgeschlagen auf dem drittletzten Platz findet sich Bern, das im Vorjahr noch auf Rang vier lag. Die Studie bemängelt vor allem die Zusatzverschuldung, die Zinslast im Vergleich zu den Steuereinnahmen und die Ausgabendisziplin. So wende Bern zum Beispiel jeden neunten Steuerfranken für den Schuldendienst auf.

Laut «Bilanz» widerlegt die Studie generell ein gängiges Vorurteil: finanzstarke oder steuergünstige Kantone wie Basel-Stadt, Zürich oder Schwyz betreiben nicht automatisch die beste Finanzpolitik. Erstaunlich gut schlagen sich danach auch randständige Alpenkantone wie das Tessin oder Graubünden.

Die Studie beurteilte die Kantonsfinanzen an Hand von acht Indikatoren. Untersucht wurden die Deckung der Ausgaben durch laufende Einnahmen, der Selbstfinanzierungsgrad der Investitionen, die Zusatzverschuldung, die Zinslast, die Ausgabendisziplin, die Budgetflexibilität, die Genauigkeit der prognostizierten Steuereinnahmen und die Bewirtschaftung der Schulden.

swissinfo und Agenturen

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