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Reallöhne im Mittel um 0,6 Prozent gesunken

Zum vierten Mal innert neun Jahren haben die Schweizer Arbeitnehmer 1999 einen Verlust ihrer Kaufkraft hinnehmen müssen. Keystone

Schweizer Arbeitnehmer haben 1999 zum vierten Mal innert neun Jahren einen Kaufkraft-Verlust hinnehmen müssen. Laut Bundesamt für Statistik sanken die Reallöhne im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent, dies trotz einer Zunahme der Nominallöhne um 0,2 Prozent.

Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag (18.05.) weiter mitteilte, waren die Nominallöhne 1997 noch um 0,5 Prozent und 1998 um 0,7 Prozent gestiegen.

Die zaghafte Zunahme im vergangenen Jahr erklärt das BFS vorab mit der Ende 1998 herrschenden Verunsicherung über den Umfang des Wirtschaftsaufschwungs sowie mit der Null-Inflation im selben Jahr.

Unterschiede nach Wirtschaftssektoren

Von den drei Wirtschaftssektoren verzeichnete lediglich der tertiäre Sektor zwischen 1998 und 1999 eine mittlere Lohnerhöhung von 0,4 Prozent. Der primäre (Landwirtschaft) und der sekundäre Sektor (Industrie) mussten hingegen einen mittleren Abbau von 0,1 Prozent hinnehmen.

Auf Branchenebene verzeichnete das Gastgewerbe (plus 2,0 Prozent), die Informatik und die Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen (plus 1,9 Prozent) sowie die Banken (plus 1,4 Prozent) klar überdurchschnittliche Erhöhungen der Nominallöhne.

Demgegenüber gingen die Nominallöhne im Detailhandel und im Gesundheitswesen (minus 0,2 Prozent), im Baugewerbe und in der öffentlichen Verwaltung (minus 0,7 Prozent) und auch in der Textilindustrie sowie in der Nachrichtenübermittlung zurück. Die zwei letztgenannten Branchen verzeichneten mit einem Minus von 0,9 Prozent die grösste Lohneinbusse.

Erneuter Kaufkraftverlust

1999 sanken die Reallöhne, anders gesagt, die Nominallöhne nach Abzug der Teuerung (1999: 0,8 Prozent) um durchschnittlich um 0,6 Prozent. In den neun Jahren davor hatte die Kaufkraft der Löhne gesamtwirtschaftlich gesehen bereits dreimal abgenommen, und zwar 1990 (minus 0,3 Prozent), 1993 (minus 0,7 Prozent) und 1995 (minus 0,5 Prozent).

In den letzten sechs Jahren (1993 bis 1999) erhöhten sich die Reallöhne über die gesamte Wirtschaft hinweg gesehen um durchschnittlich 0,5 Prozent. Je nach Branche stellt das BFS deutliche Unterschiede in der Lohnentwicklung fest.

Der sekundäre Sektor (Gewerbe und Industrie) ist in der Periode von 1993 bis 1999 durch eine allgemeine Stagnation des Lohnniveaus (0,0 Prozent) gekennzeichnet. Einzig die chemische Industrie wartete mit einer deutlichen Steigerung von 3,3 Prozent auf. Dagegen verringerten sich die Löhne in der Maschinenindustrie (minus 0,8 Prozent) und im Baugewerbe (minus 0,6 Prozent).

Während derselben Zeit erhöhten sich die Reallöhne im tertiären Sektor (Dienstleistungen) um durchschnittlich 0,9 Prozent. Weit über dem schweizerischen Mittel von 0,5 Prozent liegende Steigerungen notierten die Banken (plus 6,6 Prozent) und die Versicherungen (plus 7,4 Prozent).

Nennenswerte Rückgänge verzeichneten das Unterrichtswesen (minus 0,7 Prozent), die öffentliche Verwaltung (minus 1,0 Prozent) sowie das Verkehrswesen (minus 3,0 Prozent).

Allgemein sei festzustellen, dass die Branchen mit den traditionell höchsten Löhnen tendenziell auch von den stärksten Lohnerhöhungen profitierten, hält das BFS zur Lohnstatistik 1999 fest.

swissinfo und Agenturen

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