Rieter erleidet Einbussen
Der in den Bereichen Textilmaschinen und Autozuliefergeschäft tätige Rieter-Konzern hat 1999 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn Einbussen hinnehmen müssen. Insbesondere die Asienkrise hat den Winterthurer Konzern belastet.
Die Wirtschaftskrisen in Asien und Lateinamerika sowie ein historisches Nachfragetief haben Jahresergebnis 1999 von Rieter Spuren hinterlassen. Der Umsatz des im Textilmaschinen- und Autozuliefergeschäfts tätigen Konzerns ging verglichen mit dem Vorjahr um 7,8 Prozent auf 2,435 Mrd.zurück, der Gewinn nahm um 4,2 Prozent auf 124 Mio. Franken ab.
Dank der in den Vorjahren getroffenen Massnahmen zur Stärkung der Ertragskraft sei es gelungen, den Gewinn trotz der rückläufigen Verkäufe im Rahmen des Vorjahres zu halten.
Unterschiedlich entwickelten sich die beiden Divisionen. Der Umsatz von Textile Systems, dem Geschäft mit Textilmaschinen, brach um 24 Prozent auf 754 Mio. Franken ein, nachdem bereits 1998 ein Rückgang um 16 Prozent hingenommen werden musste. Der Bestellungseingang ging um 16 Prozent auf 642 Mio. Franken zurück, und das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern sackte um 57 Prozent auf 27,7 Mio. Franken ab.
Es sei dem straffen und rasch wirksamen Kostenmanagement, der Preisdisziplin und attraktiven Produkten zu verdanken, dass ein deutlich positives Betriebsergebnis erwirtschaftet worden sei.
Der Personalbestand ging in dieser Division um fast 15 Prozent auf 3’652 Beschäftigte zurück. Im laufenden Jahr erwartet Rieter eine steigende Nachfrage nach Textilmaschinen und rechnet mit einer Umsatz- und Ertragssteigerung. Wachstumspotenzial sieht der Konzern im Bereich der Nonwoven-Technologie zurVliesherstellung, bei den Chemiefasern sowie im kontinuierlichen Geschäft mit Ersatz- und Verschleissteilen sowie Serviceleistungen.
Gewachsen ist die Division Automotive Systems. Der Umsatz nahm um 1,3 Prozent auf 1,663 Mrd. Franken zu, das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs um 4,2 Prozent auf 114,7 Mio. Franken. Der Personalbestand ging um 5,7 Prozent auf 7’306 Beschäftigte zurück.
Mit einem neuartigen Akustiksystem gewann Rieter in Nordamerika und Europa weitere Grossaufträge, die in den kommenden Jahren zusätzlich Umsatz bewirken sollen. Das System bringt bei erheblicher Gewichtseinsparung gleichbleibende oder verbesserte akustische Eigenschaften bei Fahrzeugen. Für das laufende Jahr wird mit einem gleichbleibenden bis leicht rückläufigen Markt gerechnet. Trotzdem erwartet Rieter auch in dieser Division eine Zunahme beim Umsatz und Ertrag.
Rieter gab am Freitag zudem bekannt, dass der Konzern kürzlich den Kaufvertrag für die Division «Garnverarbeitung- und Vliesherstellungsmaschinen» des französischen Industrieunternehmens ICBT unterzeichnet hat. Der Bruttoumsatz dieser Division betrug 1999 rund 200 Mio. Franken und wurde laut Erwin Stoller, Leiter der Division «Textile Systems» von Rieter, an weltweit fünf Standorten
mit 380 Beschäftigten erzielt.
Die Rieter Holding AG zeigte einen Gewinn von 39,1 Mio. Franken, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 15 Franken je Namenaktie erhalten.
swissinfo und Agenturen
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