SairGroup: Milliarden-Verluste und drohende Klagen
Die SAirGroup kommt nicht aus den Schlagzeilen: Aktionäre und Experten rechnen mit juristischen Schritten gegen den Verwaltungsrat und die Presse spekuliert über Milliarden-Verluste.
Verwaltungsrats-Präsident Eric Honegger nahm einzig in einem am Samstag (10.03.) veröffentlichten Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) Stellung zum beispiellosen Rückzug des Verwaltungsrats der SAirGroup.
Honegger bekräftigte frühere Aussagen, wonach die Swissair nicht verkauft werde, jedoch der Einstieg eines strategischen Partners als Minderheits-Aktionär erwogen werde. Zum Ausmass des finanziellen Desasters der SAirGroup machte Honegger keine Angaben, versprach aber, am 2. April alles auf den Tisch zu legen.
Finanzspritze von einer Milliarde
Laut «SonntagsZeitung» wird das Unternehmen dann einen Verlust von 2,5 Mrd. Franken ausweisen. Ein Banken-Konsortium von UBS, Credit Suisse und Deutscher Bank soll den drohenden Liquiditäts-Engpass bei der SAirGroup mit einem Kredit von einer Milliarde Franken abwenden. UBS-Sprecher Berhard Stettler und André-Lou Sugar, Direktionsmitglied der CS Group wollten dies weder bestätigen noch dementieren.
Schutzgemeinschaft für Aktionäre
Die Rechnungslegung der SAirGroup, die bereits wegen der Aktivierung von Pensionskassen-Geldern ins Zwielicht geraten war, dürfte nach den Erwartungen des Hochschul-Professors Giorgio Behr auch die Börsenaufsicht beschäftigen. Er sprach in einem Interview der «Finanz und Wirtschaft» im Zusammenhang mit dem von Honegger inzwischen bestätigten Verkaufsrecht der Aktionäre der französischen SAir-Beteiligungen von einer massiven Verletzung der Offenlegungs-Pflichten.
Zusammen mit anderen Aktienrechts-Spezialisten verwies Behr auf die nicht delegierbare Verantwortung aller Verwaltungsräte und sagte, Honegger hätte schon früher für Transparenz sorgen können. Der Winterthurer Rechtsanwalt Hans-Jacob Heitz kündigte mit Blick auf Verantwortlichkeits-Klagen eine Schutzgemeinschaft für die Aktionäre der SAirGroup an.
swissinfo und Agenturen
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