Schweizer Firma ohne Chimären
Greenpeace hat an der Patent-Konferenz gegen die Patentierung von Leben demonstriert. Ein solches gehört einer australischen Firma, die mit der Genfer Bio-Tech-Firma Serono zusammenarbeitet. Diese stellt nach eigenen Angaben keine Mensch-Tier-Wesen her.
Bei der Konferenz der Vertragsstaaten des europäischen Patent-Übereinkommens (EPA) geht es um die Zukunft des Patentrechts in Europa. Ausgeklammert wurde bewusst die Diskussion um die Patentierbarkeit biotechnologischer Erfindungen. Hier müsse die EU entscheiden, verlautete aus der EPA. Greenpeace liess sich davon nicht abhalten bei der Konferenz-Eröffnung am Montag (20.11.) zu demonstrieren.
Die Umweltschutzgruppe stösst sich am Patent EP 0 380 646 B1 vom 20.01.1999. Darin wird die Stammzellen-Vermehrung unter Verwendung von Leukämie-Inhibitionsfaktor (LIF) patentiert. Damit wurde ein Patent auf Leben erteilt. Die EPA hatte im Vorfeld erklärt, aus ethischen Gründen keine solchen Patente zu vergeben. Warum die Öffentlichkeit falsch informiert wurde, ist unklar.
Swiss Connection
Das Patent gehört der australischen Firma Amrad. Diese arbeitet eng mit der Genfer Bio-Tech-Firma Serono zusammen. Nick Miles, Presse-Verantwortlicher der Serono, betonte am Dienstag (21.11.) gegenüber swissinfo: «Wir arbeiten zwar mit LIF in der Forschung, es handelt sich aber nicht um dasselbe Patent.» Serono sei nicht in der Produktion von Chimären tätig.
Philippe Kropf, swissinfo
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