Skianlagen klettern immer höher hinauf
Seilbahnen werden in der Schweiz zunehmend in höher gelegene, schneesichere Gebiete verlagert. Ausserdem werden Skilifte immer häufiger durch leistungsfähigere Sesselbahnen ersetzt.
Zu diesem Ergebnis gelangte eine Studie des Bundesamtes für Raumentwicklung. Vor allem infolge der abnehmenden Schneesicherheit verlagern sich die touristischen Transportanlagen zunehmend in höher gelegene Gebiete zwischen 2’000 und 3’000 Metern. Der Rückgang der Anlagen in Höhenlagen zwischen 1’000 und 1’500 Metern sei markant, stellt das Bundesamt fest.
Anfang 2000 existierten noch 1’757 Seilbahnen, davon 1’063 Skilifte, 426 Sessel- und Kabinenbahnen, 211 Luftseilbahnen sowie 57 Standseilbahnen. Die Gesamtzahl der Anlagen hat damit zwischen 1991 und 1999 um 112 Anlagen oder sechs Prozent abgenommen.
In den grösseren Tourismusorten ist ein Trend in Richtung Ersatzanlagen an bereits bestehenden Standorten feststellbar. Dabei handelt es sich meist um leistungsfähige 4er- und 6er-Sesselbahnen, die bestehende 2er-Sesselbahnen sowie Skilifte ablösen. Neue Luftseilbahnen mit Pendelbetrieb und Standseilbahnen gab es im Zeitraum zwischen 1991 und 1999 dagegen praktisch nicht mehr.
Vorrangstellung von Graubünden und Wallis wird stärker
Die regionale Verteilung blieb gemäss Bundesamt für Raumentwicklung unverändert. In den Kantonen Wallis und Graubünden stehen nach wie vor fast 50 Prozent aller touristischen Transportanlagen.
Als einzige Region verzeichnet das Tessin eine Zunahme um 16 Prozent. In
allen anderen Regionen hat sich die Zahl der Anlagen durchschnittlich um sechs Prozent verringert. Dass sich die regionalen Anteile in Zukunft stark verschieben, ist laut Bundesamt nicht zu erwarten. Wegen der Topografie und der damit verbundenen Schneesicherheit dürfte sich die Vorrangstellung der Kantone Graubünden und Wallis in Zukunft eher noch etwas verstärken.
Aus der Sicht der Raumordnung sei die ausgewogene Entwicklung von technisch erschlossenen Erholungslandschaften mit einem qualitativ hochstehenden touristischen Angebot auf der einen Seite sowie naturnah belassenen, stillen Erholungsräumen auf der anderen Seite überaus wichtig, hält das Bundesamt fest.
Positiv zu werten sei, dass neue Anlagen immer häufiger als Ersatzanlagen an bereits bestehenden Standorten gebaut würden. Die Erstellung neuer Anlagen in zuvor unerschlossenen Gebieten bleibe dagegen ein Ausnahmefall.
swissinfo und Agenturen
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