Südosteuropa: Investitionen gefragt
Investitionen aus der Privatwirtschaft spielen eine tragende Rolle für die Entwicklung in Südosteuropa. Dies betonte der Sonder-Koordinator des Stabilitätspaktes, Bodo Hombach, in Bern - und fuhr dann nach Zürich, um dort unternehmerische Neugierde zu wecken.
Die bisherigen Aktivitäten des Stabilitätspaktes seien gut gestartet, sagte Hombach am Montag (03.09.) nach Gesprächen mit Aussenminister Joseph Deiss und Staatssekretär Franz von Däniken. 80% der 250 Projekte seien mittlerweile angelaufen.
Der Stabilitätspakt für Südosteuropa will die gesellschaftliche Dimension und die Menschenrechte stärken. Darüber hinaus soll aber auch die Sicherheit und die Wirtschaft gefördert werden. Letzterer käme dabei der grösste Anteil der Hilfe zu, sagte Hombach.
ökonomische Lage besser als ihr Ruf
Wichtig sei es, das Engagement der Wirtschaft zu erwecken und ein verbessertes Investitions-Klima zu schaffen. «Mit wenig Geldern ist es möglich, die Wirtschaft im Balkan anzukurbeln», sagte Hombach. Die Unternehmer sollten dem Balkanraum «mit Offenheit und Neugier gegenübertreten». Die ökonomische Lage sei ausserdem besser als ihr Ruf.
Nach seinen Gesprächen mit Deiss und einer Delegation vom Staats-Sekretariat für Wirtschaft (seco) reiste Hombach weiter nach Zürich, um mit Wirtschafts-Vertretern zu sprechen. Hombach will private Investoren in der Schweiz überzeugen, im Balkanraum zu investieren.
Schweiz hat Vorbild-Funktion
Nicht nur die finanzielle Hilfe der Schweiz sei wichtig, sondern auch ihre spezielle Rolle in Europa, sagte Hombach. Die Schweiz sei ein gutes Beispiel dafür, dass nationale Identität und gute Nachbarschaft parallel laufen könnten. Im Balkan sei es wichtig, die regionale Zusammenarbeit zu stärken.
Die Schweiz ist seit Juni 2000 Vollmitglied des Stabilitätspaktes. Sie engagierte sich im Rahmen dieser Initiative bisher mit 45 Mio. Franken für den Wiederaufbau und die langfristige Stabilisierung Südosteuropas. Insgesamt umfasst der Betrag für die Jahre 2000 bis 2002 rund 70 Mio. Franken.
swissinfo und Agenturen
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