Sulzer steigert Nettogewinn auf Grund von Sondererlösen auf 254 Millionen Franken
Der Sulzer-Konzern hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Sondereinflüsse liessen den Gewinn 1999 zwar kräftig wachsen, operativ kämpfte der Konzern aber mit Problemen. Verwaltungsratspräsident Pierre Borgeaud (Bild) sprach von einem enttäuschenden Jahr.
Der Sulzer-Konzern hat ein schwieriges Jahr hinter sich und befindet sich weiterhin in der Umbauphase. Der Verkauf von Geschäftsteilen liess den Nettogewinn 1999 zwar kräftig wachsen, operativ kämpfte aber vor allem Sulzer Industries mit Problemen.
Verwaltungsratspräsident Pierre Borgeaud (Bild) sprach am Donnerstag (09.03.) an der Bilanzmedienkonferenz von einem enttäuschenden Jahr.
Die Neuausrichtung des Konzerns geht auch 2000 weiter. Nach mehr als 40 Jahren Firmenzugehörigkeit trat Pierre Borgeaud am Donnerstag (09.03.) zum letzten Mal als Sulzer-Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates vor die Medien, um an der Bilanzpressekonferenz Auskunft über das vergangene Geschäftsjahr des Winterthurer Konzerns zu geben. «Sulzer hat ein aussergewöhnliches Jahr hinter sich», sagte Borgeaud.
Die Strategie der beiden Konzernteile Sulzer Medica und Sulzer Industries wurde 1999 umfassend überprüft, was im Effizienzsteigerungsprogramm «Performance» mit weitreichenden Veränderungen im strategischen, operativen und personellen Bereich gipfelte.
Finanziell verlief das Geschäft enttäuschend, wie Borgeaud sagte. Bestellungseingang und Umsatz stiegen verglichen mit dem Vorjahr je um zwei Prozent auf 5,387 Milliarden beziehungsweise 5,519 Milliarden Franken. Werden die Erlöse aus dem den Verkäufen des Elektrophysiologie-Geschäfts (rund 580 Millionen Franken) sowie von Sulzer Hydro (gut 90 Millionen Franken) ausgeklammert, ging das Betriebsergebnis um 20 Prozent auf 309 Millionen Franken zurück. Dank den Verkäufen stieg der Nettogewinn um 39 Prozent auf 254 Millionen Franken.
Sulzer will auch in Zukunft als diversifiziertes Unternehmen auftreten. Allerdings wird vor allem im Industriesektor eine weitere Konzentration nicht ausgeschlossen. Dieser Bereich wurde in acht weitgehend unabhängige Geschäftsteile aufgeteilt.
Sulzer Pumpen, Sulzer Turbomachinery Services, Sulzer Metco und Sulzer Infra sollen in den kommenden zwei bis drei Jahren konsequent ausgebaut werden, wofür rund eine Milliarde Franken zur Verfügung stehen, wie Sulzer-Industries-Chef Fred Kindle sagte.
Sulzer Chemtech, Sulzer Turbo, Sulzer Burckhardt und Sulzer Textil stehen nicht auf der Wachstumsliste und sollen möglichst viele Mittel erwirtschaften. Ein Verkauf dieser Bereiche wird mittelfristig nicht ausgeschlossen.
«Für Sulzer Industries war 1999 mit Blick auf das Marktumfeld das schwierigste Geschäftsjahr seit 1992», bilanzierte Kindle. Sulzer Industries erzielte verglichen mit dem Vorjahr einen praktisch unveränderten Umsatz von 4,356 Milliarden Franken (minus 0,2 Prozent). Das Betriebsergebnis ging unter Ausschluss von Sondereinflüssen um 66 Millionen auf 89 Millionen Franken zurück.
Sulzer Medica steigerte den Umsatz um 7,5 Prozent auf 1,182 Milliarden Franken. Unter Ausklammerung von Sondereinflüssen sank das Betriebsergebnis um vier Prozent auf 234 Millionen Franken, der Reingewinn stieg um vier Prozent auf 148 Millionen Franken.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Sulzer eine deutliche Resultatverbesserung. Das Restrukturierungsprogramm «Performance» wird fortgesetzt. Bisher fielen ihm 355 Stellen zum Opfer, bis Ende 2001 sollen es rund 2’100 sein.
swissinfo und Agenturen
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