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Swissair: Kritik in Frankreich und Belgien

Die Gewerkschaften wehren sich gegen die Art und Weise, wie sich die Swissair aus den Auslandbeteiligungen zurückziehen will. Keystone Archive

Die Gewerkschaften lehnen den Sanierungsplan für die belgische Fluggesellschaft Sabena nach wie vor ab. Die Betriebskommission der französischen Fluggesellschaft AOM/Air Liberté kritisiert, dass die Swissair Group ihren Sanierungs-Beitrag in Tranchen zahlt.

Im Zentrum der aktuellen Beratungen der Betriebskommission von AOM/Air Liberté steht die Frage, nach welchen Kriterien der Abbau von 1’405 Stellen bei der defizitären Fluglinie erfolgen soll, wie Paul Fourier, der Delegierte der Gewerkschaft CGT am Dienstag (14.08.) sagte.

Die Kommission habe keine Einwände gegen die Übernahme der AOM-Air-Liberté-Anteile der Swissair (49,5%) und der Taitbout Antibes (50,5%) durch die Holco des früheren Air-France-Piloten Jean-Charles Corbet, sagte Gilles Nicoli, der Delegierte der Gewerkschaft CFDT.

Fourier bezeichnet dagegen die Pläne der Swissair Group als unanständig, den Sanierungsbeitrag in Höhe von 1,3 Mrd. Franc (300 Mio. Franken) in Tranchen zu zahlen. Das Geld stehe der AOM-Air Liberté nach dem von der Swissair verursachten Debakel rasch zu.

Die Swissair will ab 19. August eine erste Tranche von 30 Mio. Franc zahlen. Weitere 100 Mio. Franc sollen Ende August folgen, 600 Mio. Franc am 3. September, 100 Mio. Franc Ende September sowie je 50 Mio. Franc Ende Oktober, November und Dezember.

Hinzu kommen bis zum 31. März 2002 die Rückerstattung von nicht benötigten Billets der AOM-Air Liberté im Umfang von maximal 200 Mio. Franc sowie Neuverhandlungen über die Mietverträge für vier Airbus-Flugzeuge des Typs A 340-300.

Sabena-Gewerkschaften: Finanzspritze ungenügend

Kategorische Ablehnung der bisherigen Abmachungen schlägt der Swissair von den Gewerkschaften der belgischen Fluggesellschaft Sabena entgegen. Sie lehnen den Sanierungsplan nach wie vor ab: Die von den beiden Hauptaktionären vorgeschlagene Finanzspritze von 17 Mrd. belgische Franc (650 Mio. Franken) sei absolut ungenügend.

Die Swissair Group (49,5%) und der belgische Staat (50,5%) müssten ihre Verantwortung wahrnehmen, sagte Jan Coolbrandt von der christlichen Gewerkschaft CSC am Dienstag im Anschluss an einem Treffen von Arbeitnehmervertretern in Brüssel.

Gemessen an der miserablen Sabena-Geschäftsführung in den letzten Jahren reiche der Betrag bei weitem nicht aus. Die Gewerkschaften wollen beim Premierminister vorstellig werden, um mehr Details zum Sanierungsplan zu erhalten. Ausserdem fordern sie eine externe Untersuchung.

In der kommenden Woche wollen die Gewerkschaften mit der Sabena- Direktion zusammentreffen. Coolbrandt fürchtet vor allem, dass die Sabena den Gesamtarbeitsvertrag nicht einhält. Keine Abstriche dürfe es auch bei den Arbeitsbedingungen und den Löhnen geben.

swissinfo und Agenturen

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