Swissair: Von der Konkurrenz abheben
Swissair-Konzernchef Mario Corti will die Swissair noch verstärkt als Qualitäts-Airline im Hochpreis-Segment positionieren. Der Konzern müsse den Mut aufbringen, sich von der Konkurrenz abzuheben mit den Leistungen und den entsprechenden Preisen, sagte Corti.
In einem Interview mit dem Zürcher «Tages-Anzeiger» (01.09.) erklärte Corti, im Hochpreisland Schweiz sei es nicht möglich, auf das Massengeschäft zu setzen. Gegen die Einwände von Fachleuten, höhere Preise würden von den Kunden nicht goutiert, räumte Corti ein, es sei nicht zwingend Aufgabe der Swissair, alle diese Kunden an Bord zu haben.
Weniger, aber bessere Leute
Corti kündigte weiter auf November einen personellen Neuanfang an. «Ich will tendenziell weniger, aber bessere Leute», sagte er. Im Management gebe es auch Leute, die nur darum bemüht seien, ihre Pfründe zu verteidigen. Eine Lohnerhöhung von 100 Franken liege derzeit nicht drin.
Ausstieg bei LTU möglich
Handlungsbedarf sieht Corti bei der deutschen Charter-Fluggesellschaft LTU. Der Ausstieg sei zwar noch nicht entschieden, die Synergien zwischen Swissair und LTU seien für ihn aber nicht ersichtlich.
Der Verkauf von der Bodenabfertigungs-Tochter Swissport und der Flughafen-Ladenkette Nuance bedeute im übrigen nicht den Abschied von der Dualstrategie. Mit Gate Gourmet, SR Technics und Swisscargo bleibe die Swissair weiter im Airline-nahen Geschäft präsent. Diese Gesellschaften würden mit Sicherheit nicht abgestossen.
Corti hatte am vergangenen Donnerstag weitere Massnahmen zur Kostenreduktion angekündigt. Insgesamt sollen bei Swissair 1’250 Stellen gestrichen werden.
swissinfo und Agenturen
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