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Swisscom will möglichst schnell private AG werden

Jens Alder will die Swisscom in eine AG umwandeln Keystone

Der Telekommunikations- konzern Swisscom will sich von den bisherigen Fesseln lösen und eine Aktiengesellschaft werden. Dies sei im Interesse des ganze Wirtschaftsstandortes Schweiz.

Nur eine starke, handlungsfähige Swisscom könne gewährleisten, dass ihre Wertschöpfung erhalten bleibe, ihre Arbeitsplätze nicht verloren gingen und die Entscheidungskompetenz nicht ins Ausland abwandere.

Verwaltungsratspräsident Markus Rauh drängte an der Generalversammlung vom Dienstag (31.05.) in Zürich auf die rasche Umwandlung der Swisscom in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft nach Obligationenrecht.

Die Swisscom ist derzeit eine spezialrechtliche Aktiengesellschaft (AG), wobei eine Mehrheitsbeteiligung des Bundes vorgeschrieben ist. Dies dürfte laut Rauh der Grund für die gegenüber der europäischen Konkurrenz enttäuschende Kursentwicklung der Swisscom-Aktie sein.

In der rasanten Konsolidierung in dieser Industrie kämpfe die Swisscom mit ungleich langen Spiessen und brauche zusätzliche Allianzfreiheiten. Sie müsse selber die Initiative ergreifen und sich frühzeitig aus einer Position der Stärke mit kompetenten, langfristig denkenden Partnern zusammen tun können, sagte er gemäss Mitteilung.

Laut Rauh bedeutet ein solcher Status nicht, dass der Bund seine Aktien sofort verkaufen muss. Die Eidgenossenschaft hält 18,2 Millionen oder 65,5 Prozent der Swisscom-Aktien, 15,5 Prozent mehr als das gesetzliche Minimum. Derzeit sind rund 63’000 Namenaktionäre mit 13,7 Millionen Aktien registriert; 39 Prozent der Aktien entfallen auf die Schweiz, 40 Prozent auf Britannien, acht Prozent auf Nordamerika und 13 Prozent auf den Rest der Welt. Zu den Besitzern weiterer 11,7 Millionen Aktien gibt es keine Angaben.

Massive Preiserhöhungen wegen UMTS-Auktion befürchtet

Skepsis äusserte Rauh im Hinblick auf die Versteigerungen von UMTS-Lizenzen für die dritte Handy-Generation, an denen sich die Swisscom beteiligen will. Der britische Auktionserlös habe in der Schweiz hohe Erwartungen geweckt; es werde mit acht bis zehn Milliarden Franken gerechnet. Allerdings müsse am Schluss der Kunde die Zeche bezahlen.

«Was den Bund kurzfristig freut, könnte sich wie ein Bumerang als Preiserhöhung in der Grössenordnung von 600 Franken je Kunde und Jahr auswirken», wurde Rauh zitiert. Die hohen Auktionspreise könnten zur innovationshemmenden Investitionshürde und zur indirekten Steuer ohne volkswirtschaftlichen Nutzen werden. Die Kosten für UMTS-Lizenz und UMTS-Infrastruktur erforderten besondere Finanzierungsmodelle. So werde ein Börsengang des Swisscom-Mobilbereichs erwogen. Swisscom wolle die Mehrheit behalten.

Konzernchef Jens Alder bekräftigte die Erwartung eines markanten Umsatzzuwachses dank der Vollkonsolidierung der deutschen debitel. Das Betriebsergebnis dürfte jedoch wegen beschränkter Wachstumsmöglichkeiten im Inland tiefer ausfallen als letztes Jahr (2,208 Mrd. Franken). Der Reingewinn (1999: 2,391 Mrd. Franken) dürfte dank ausserordentlicher Transaktionen weiter steigen.

Die von 1’729 Aktionären mit 70,8 Prozent des Aktienkapitals besuchte Generalversammlung stimmte den Anträgen des Verwaltungsrats zu. Die Aktionäre erhalten eine um vier auf 15 Franken je Aktie erhöhte Dividende.

swissinfo und Agenturen

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