UBS auf Talfahrt
Die schwache Konjunktur und die Flaute an der Börse: Auch die Grossbank UBS ist nicht gefeit vor Gewinnrückgang. Trotz einem Minus von 33% hätte es schlimmer sein können.
«Der Markt war aufgrund der kühleren Konjunktur und der Unsicherheit auf den Finanzmärkten alles andere als freundlich», erklärte UBS-Finanzchef Luqman Arnold am Dienstag (14.08.) an einer Medienkonferenz. Trotzdem sei die UBS stärker geworden und habe weitere Marktanteile gewonnen.
Der Reingwinn der UBS sank im zweiten Quartal 2001 auf rund 1,4 Mrd. Franken. Allerdings hatte die Grossbank im selben Zeitraum des Vorjahres wegen der damals noch boomenden Finanzmärkte besonders stark abgeschnitten.
Zudem drückten Goodwill-Abschreibungen von Akquisitionen auf das Ergebnis. Ohne deren Berücksichtigung und nach der Bereinigung um weitere Sonderfaktoren wäre der Gewinn des UBS-Konzerns innert Jahresfrist nur um 26% gesunken.
Trotzdem liegt der Finanzkonzern über den Erwartungen von Markt-Experten: Analysten hatten teilweise noch höhere Gewinn-Einbussen von bis zu 40% erwartet.
Hoher Verlust von UBS Capital
Im Vergleich zum ersten Quartal 2001 beträgt die Gewinn-Einbusse noch 12%. Unter dem Strich sank damit der Reingewinn des Finanzkonzerns im ersten halben Jahr 2001 um 30,3 Prozent auf 2,964 Mrd. Franken.
Rund die Hälfte des Gewinn-Rückgangs ist nach Angaben der Grossbank auf UBS Capital zurückzuführen: Das Private-Equity- Geschäft (Beteiligungen an Unternehmen) musste im zweiten Quartal einen Verlust von 351 Mio. Franken hinnehmen.
Gute Resultate im Kerngeschäft
Der Neugeldzufluss des Konzerns betrug für das zweite Quartal 24 Mrd. Franken. Am Stichtag 30. Juni verwaltete die Grossbank Vermögen von insgesamt 2’559 Mrd. Franken. Mit dem entsprechenden Wachstum von 5% gegenüber dem Vorquartal liegt die UBS ebenfalls über den Erwartungen von Analysten.
Einen Rekordertrag von 5,375 Mrd. Franken (+43% gegenüber dem Vorjahresquartal) erzielte die UBS im Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft. Dieses macht 54% aller Konzern-Erträge aus.
Zurückhaltender Ausblick
Der Ausblick auf das laufende Jahr fällt eher zurückhaltend aus. «Die Entwicklung der Marktbedingungen lässt sich nur schwer abschätzen und eine kurzfristige Verbesserung des operativen Umfelds ist unwahrscheinlich», sagte der Finanzchef einzig. Konkretere Prognosen zum laufenden Jahr machte er nicht.
Analysten werteten die Resultate als «erfreulich». Mit einer Gewinneinbusse von 33% schneide die UBS über den Erwartungen ab. Marktexperten hatten einen Einbruch von bis zu 40% erwartet. Auch der Neugeldzufluss sei «überraschend hoch», hiess es. An der Börse legten die UBS-Aktien denn auch deutlich zu.
swissinfo und Agenturen
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