UBS-Chefökonom: Lehmann-Pleite ein Fehler
Der Chefökonom der Schweizer Grossbank UBS, Klaus Wellershoff, hat es als offensichtlichen Fehler bezeichnet, dass die US-Behörden den Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers nicht verhindert haben.
Die Politik habe damit die Unsicherheit über die Solvenz einzelner Finanzdienstleister nur weiter geschürt, sagte Wellershoff in einem Interview der Zeitung Der Bund am Samstag. Die Ereignisse der letzten Tage mit der Verstaatlichung der grössten Versicherung der Welt und der Übernahme der grössten Sparkasse in den USA seien direkte Folgen dieses Vorgangs.
Nach dem Lehman-Fehler gebe es keine andere Wahl als das staatliche Rettungspaket, um das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherzustellen.
Zu den Folgen der Finanzkrise für die Schweizer Wirtschaft sagte Wellershoff, sie werde sich relativ gut halten können. Helfen werde die Exportindustrie, die wettbewerbsfähiger geworden sei. Auch die positiven Auswirkungen der bilateralen Verträge mit der EU hielten an.
Eine Rettungsaktion wie in den USA ist für den SVP-Nationalrat und früheren Chefökonomen der Bank Julius Bär, Hans Kaufmann, im Extremfall auch in der
Schweiz möglich. Für den Präsidenten des Wirtschaftsdachverbandes economiesuisse, Gerold Bührer, wird dieser Extremfall aber kaum eintreten.
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