UBS kündigt radikale Lohnsenkung an
Die Schweizer Grossbank UBS will die Löhne so stark senken wie keine andere Bank auf der Welt. Mit dieser Aussage reagierte Präsident Peter Kurer auf die seit Tagen anhaltende Kritik an den Bonuszahlungen der staatlich gestützten Bank.
«Als Verwaltungsratspräsident kann ich den Leuten hier, den Politikern versprechen, dass wir weltweit in der gesamten Industrie die aggressivste Reduktion im Salärbereich sehen werden und durchsetzen werden», sagte Kurer am Samstag in einem Interview des Schweizer Fernsehens am Rande des Davoser Weltwirtschaftsforums WEF.
Die UBS werde die gesamte Lohnsumme um einen Betrag reduzieren, der «Milliarden höher» sei als jene sechs Milliarden Franken, mit denen der Bund die UBS unterstützt hat, so Kurer. 2007 hatte der gesamte Personalaufwand 24,8 Mrd. Fr. betragen.
In der Frage der umstrittenen Boni äusserte sich der Bundesrat unterschiedlich: Wirtschaftsministerin Doris Leuthard forderte rasche Transparenz über die Bonuszahlungen und äusserte Zweifel an der Kommunikation der UBS-Verantwortlichen und der Finanzmarktaufsicht Finma.
Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und Nationalbankpräsident Jean-Pierre Roth hingegen stellten sich hinter die Bank und die Finma, die das variable Salärpaket genehmigen musste.
«Wir müssen aufpassen, dass die Boni-Debatte nicht zur Hatz auf die UBS wird, die sie und damit die Volkswirtschaft unnötig schwächt», sagte Merz in einem Interview der SonntagsZeitung.
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