UBS senkt Wachstums-Prognose für die Schweiz
Wegen einer befürchteten Rezession in den USA hat die UBS ihre Wachstums-Prognose für die Schweizer Wirtschaft deutlich gesenkt. Für 2002 rechnet sie noch mit einem Wachstum von 1%, nachdem sie bisher von 2,1% ausgegangen war.
Nach Einschätzung der UBS hat die US-Wirtschaft endgültig den Wachstumspfad verlassen, wie es in einem am Mittwoch publizierten Communiqué heisst. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft. Mit 0,9% im vierten Quartal 2001 und 0,4% im ersten Quartal 2002 dürfte das BIP in der Schweiz nur wenig wachsen.
Erst in der zweiten Jahreshälfte 2002 werde die Konjunktur in der Schweiz wieder anziehen, halten die UBS-Ökonomen fest. Im Jahr 2003 werde sie wieder zu ihrem Trendwachstum von 1,8% zurückfinden.
Weitere Zinssenkungen
Vor dem Hintergrund eines sehr schwachen Wachstums dürfte die Teuerung laut UBS kein Problem sein. Die Prognosen liegen bei 1,1% im laufenden, 1,0% im kommenden und 1,6% im übernächsten Jahr. Dies erlaube es der Schweizerischen Nationalbank (SNB), ihre Geldpolitik weiter zu lockern.
Die SNB hatte das Zinsband in den letzten beiden Wochen zwei Mal um je 50 Basispunkte auf 1,75% bis 2,75% gesenkt.
Höherer Euro-Kurs
Die UBS-Ökonomen gehen davon aus, dass die SNB weiterhin versuchen werde, den Franken gegenüber dem Euro abzuschwächen. Bis Ende Jahr dürfte der Euro wieder auf 1,50 Franken steigen. In sechs Monaten wird mit einem Kurs von 1,55 Franken gerechnet. Der Wechselkurs dürfte sich innert Jahresfrist auf 1,53 Franken zurückbilden.
Da mit Parität bei Euro und Dollar gerechnet wird, sollte auch der Dollar in zwölf Monaten bei 1,53 Franken zu liegen kommen, halten die UBS-Ökonomen weiter fest.
Wieder mehr Arbeitslose
Als Folge des schwächeren Wachstums dürfte die Arbeitslosigkeit wieder zunehmen. Nach einer Arbeitslosenquote von 1,8% im laufenden Jahr wird mit 2,5% im nächsten und 2,6% im übernächsten Jahr gerechnet.
swissinfo und Agenturen
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